Kein Frieden ohne ein Ende der Repressionen!

Der 18. März ist Tag der politischen Gefangenen. Heute denken wir an Aktivist*innen, Mitstreiter*innen, Genoss*innen, Freund*innen und insbesondere an Frauen, die weltweit aufgrund ihres Kampfes gegen Kapitalismus, Patriarchat, staatliche Gewalt und Krieg in Haft sitzen.

Das Gefängnissystem, Repressionen und Kriminalisierung sind Werkzeuge des Staates, um revolutionäre Kämpfe und den Willen derer, die für eine bessere Welt kämpfen, zu brechen. Durch die Kriminalisierung von Befreiungskämpfen auf der ganzen Welt sollen Aktivist*innen eingeschüchtert und isoliert werden. Gefangenschaft, insbesondere in Verbindung mit der Verwehrung grundlegender Rechte oder Folter, ist in Kurdistan und in der gesamten Welt immer ein Mittel gewesen, um Angst und Unsicherheit zu schüren, Menschen von ihren Kämpfen abzubringen und sie von ihren Genoss*innen zu trennen. Doch wir sehen gleichzeitig, dass vor allem Frauen sich nicht so leicht von ihrem Kampf abbringen lassen und ihren Widerstand trotz allem fortsetzen. Wir senden an dieser Stelle unsere revolutionären Grüße an alle Antifas, Feminist*innen, Freiheitskämpfer*innen in den Gefängnissen in Deutschland, in Kurdistan, in Europa und weltweit. Wir erinnern besonders an Pakhshan Azizi und Varisheh Moradi, zwei kurdische Aktivistinnen, denen im Iran aktuell die Hinrichtung droht.

Derzeit ist die Hoffnung auf einen möglichen Lösungs- und Demokratisierungsprozess in Kurdistan gestiegen – nach jahrelanger Totalisolation gab es zum ersten Mal ein Lebenszeichen von Abdullah Öcalan, dem Vorsitzenden der kurdischen Arbeiterpartei PKK, der seit 1999 in türkischer Haft sitzt. Sein Aufruf, der Ende Februar veröffentlicht wurde, war nicht nur ein Aufruf an die PKK, den bewaffneten Kampf zu beenden. Er appellierte auch an alle Teile der Gesellschaft, ihre Bemühungen für Frieden und Befreiung zu verstärken. In seinem Brief anlässlich des feministischen Kampftages 8. März betonte er zudem deutlich, dass der Weg dahin nur über die Befreiung von Frauen führt. Es ist bekannt, dass Frauen und queere Menschen weltweit an vorderster Front für Gerechtigkeit, Frieden und Selbstbestimmung kämpfen – und genau das macht sie besonders zur Zielscheibe von Repressionen. Der Staat kriminalisiert feministische und antifaschistische Kämpfe, Kämpfe für Frieden, Arbeitskämpfe und Proteste gegen Besatzung und Krieg. Das zeigt sich immer wieder an den Gerichtsurteilen, an der brutalen Polizeigewalt gegen linke Aktivist*innen, an den sich immer weiter entwickelnden Technologien, die vom Staat zur Überwachung und Einschüchterung genutzt werden.

Die Türkei setzt seine Angriffe und Repressionen trotz der jüngsten Entwicklungen ungehindert fort, durch Drohnenattacken, Bombardements, Angriffe auf Zivilist*innen und Festnahmen von Aktivist*innen. Und obwohl der Aufruf Öcalans international, auch von Deutschland, positiv aufgenommen wurde, gehen auch hier die Prozesse gegen Aktivist*innen auf Grundlage des Paragrafen 129b weiter. Wenn Deutschland und die EU einen Friedensprozess wirklich unterstützen wollen, wäre die Entkriminalisierung der PKK, die ihrerseits immer wieder Versuche für einen Friedensprozess unternommen hat, ein wichtiger Schritt. Oder die Urteile über die kurdischen politischen Gefangenen, die mittlerweile in europaweiter Zusammenarbeit ausgeliefert, inhaftiert und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt werden, zu überdenken. Die Vergangenheit hat leider immer wieder gezeigt, dass Deutschland die Narrative wie auch ihre Politik gegenüber Kurd*innen von ihrer Nato-Partnerin Türkei übernimmt.

Auch Appelle nach einer Freilassung oder zumindest Verbesserung der Haftbedingungen Öcalans bleiben derzeit aus – obwohl klar ist, dass er eine Schlüsselfigur für einen etwaigen Friedens- und Demokratisierungsprozesses ist und zudem für viele Kurd*innen ein Vertreter ihrer Sache. Mit der jahrzehntelangen Isolation Öcalans wurde nicht nur versucht, seinen Widerstand zu brechen, sondern auch die kurdische Bewegung allgemein in Verunsicherung und Orientierungslosigkeit zu treiben, was dem Staat nicht gelungen ist. Jetzt, wo die PKK einen Waffenstillstand verkündet hat, muss die Türkei handeln. Wir müssen unseren Druck erhöhen, damit politische Gefangene endlich freigelassen werden und die Bedingungen geschaffen werden, um Abdullah Öcalan die Leitung eines Prozesses zu ermöglichen.

Ohne ein Ende der Repressionen kann es keinen Demokratisierungs- und Friedensprozess geben. Wir müssen unseren Kampf als Feminist*innen und progressive Bewegungen in diesen Tagen besonders auf Kriminalisierung richten. Wir, die sich gegen Kriege, staatliche Gewalt, Ausbeutung, Besatzung und Klimakrise einsetzen, sind alle potentiell davon betroffen. Wir senden noch einmal unsere wärmsten Grüße an alle Betroffenen.

Jin, Jiyan, Azadî! Berxwedan jiyan e!

Cênî – Kurdisches Frauenbüro für Frieden

Rückblick: Kurdische Frauen Kulturtage in Berlin

(ENGLISH BELOW)

Nach einer intensiven Vorbereitungszeit fanden in Berlin die Kurdischen Frauen Kulturtage unter dem Motto „Xwebûn – die Kunst des Widerstands“ statt. Xwebûn bedeutet so viel wie „sich selbst sein“ oder „bei sich selbst bleiben“ und beschreibt den Akt der Selbstbehauptung inmitten von Unterdrückung und Fremdbestimmung. Die Veranstaltungsreihe bot eine Plattform für Kunst, Kultur und politischen Austausch und wurde von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern begleitet.

Eröffnung mit beeindruckender Vernissage

Die Kulturtage begannen am 1. März mit einer feierlichen Vernissage in der Alten Münze. Werke von Bêrîvan Îbîn, Shilan Reshid, Susan Azizi, NubikArts, Selina Tango und Melina Tango wurden präsentiert. Für die musikalische Untermalung sorgte Özgür Isik. Die Ausstellung konnte bis zum 7. März besucht werden.

Panels und Diskussionen zur Rolle der Frau in Kunst und Gesellschaft

Am zweiten Tag der Kulturtage fand eine Podiumsdiskussion in der Spore Initiative statt. Unter den Panelistinnen befanden sich Mizgîn Tahir, die erste kurdische Opernsängerin und Dirigentin aus Rojava, die darüber sprach, wie kulturelle Arbeit zur Bewahrung der kurdischen Identität beiträgt. Die kurdisch-alevitische Aktivistin Açelya Erbasli thematisierte ihre künstlerische Auseinandersetzung mit dem Alevitentum. Berfîn Emektar, Theaterschauspielerin aus Amed, sprach über die Assimilationspolitik des türkischen Staates und den Widerstand der kurdischen Frauen in der Diaspora. Schriftstellerin und Regisseurin Cemîle Sahîn beleuchtete patriarchale Strukturen im Kunstbetrieb und deren politische Herausforderungen.

Musikalische und kulturelle Highlights

Am dritten Tag traten die Frauen des Zaza Women Projects sowie die Sängerinnen Maviş Güneşer und Gule Mayera mit traditionellen Klamî/Deyîs-Gesängen auf. Gülten Firat präsentierte Dengbêj, eine mündliche und musikalische Überlieferung wichtiger historischer Ereignisse.

Ein weiteres Highlight war das am vierten Tag im Theater X aufgeführte Theaterstück „Amargî“. Die Vorstellung war restlos ausverkauft.

Am fünften Tag widmeten sich die jungen Frauen von Tekojin der Geschichte des Nelkenapfels. Im Rahmen eines Workshops konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Lesezeichen und Armbänder gestalten. Deqqaqe Dîlara, die zur Tradition des Deq forscht, gab Einblicke in ihre Arbeit und stellte Methoden dieser körperlichen Kunstform vor. Interessierte konnten sich selbst am traditionellen Stechen von Deq versuchen.

Am sechsten Tag standen traditionelle kurdische Trachten im Mittelpunkt. Koma Ferasîn und Koma Delîl Çiyager präsentierten Trachten aus Bakûrê Kurdistanê und Hesekê (Rojava). Eine Modenschau rundete die Veranstaltung ab, die mit kurdischen Tänzen ihren Höhepunkt fand.

Workshops zur Jineolojî und sozialer Ökologie

Am siebten Tag der Kulturtage fanden in der Spore Initiative Workshops zur Jineolojî und sozialen Ökologie statt. Die JXK Berlin, Sermîn G. und Menekse K. führten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diese Themen ein und präsentierten abschließend ihre Ergebnisse.

Abschluss mit musikalischem Höhepunkt

Die Kulturtage endeten am 8. März mit einem großen Konzert im HAU2. Die Künstlerinnen Dîlan Top und Sheyda Ghavami sorgten für einen unvergesslichen musikalischen Abend.

Ein starkes Zeichen des Widerstands

Die Kurdischen Frauen Kulturtage zeigten eindrucksvoll, dass Kunst und Kultur zentrale Elemente des Widerstands sind. Sie boten Raum für politische Debatten, künstlerische Selbstbehauptung und kollektives Erinnern. Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen Künstlerinnen, Organisatorinnen und Unterstützerinnen, die diese Tage möglich gemacht haben.

Insgesamt besuchten rund 900 bis 1.000 Menschen die verschiedenen Veranstaltungen der Kulturtage. Die Organisatorinnen riefen abschließend dazu auf, den 8. März nicht nur als Feiertag, sondern als Tag der Mobilisierung zu verstehen: „Unser Kampf endet nicht, solange Patriarchat und Kapitalismus existieren. Unsere Waffe ist unsere Solidarität und unser unermüdlicher Einsatz für eine gerechtere Welt.“

ENGLISH

After an intensive preparation period, the Kurdish Women’s Cultural Days took place in Berlin under the motto „Xwebûn – The Art of Resistance.“ Xwebûn translates to „being oneself“ or „staying true to oneself“ and describes the act of self-assertion amid oppression and external control. The event series provided a platform for art, culture, and political exchange and was attended by numerous visitors.

Opening with an Impressive Vernissage

The Cultural Days began on March 1 with a festive vernissage at the Alte Münze. Works by Bêrîvan Îbîn, Shilan Reshid, Susan Azizi, NubikArts, Selina Tango, and Melina Tango were presented. The musical accompaniment was provided by Özgür Isik. The exhibition was open until March 7.

Panels and Discussions on the Role of Women in Art and Society

On the second day of the Cultural Days, a panel discussion took place at the Spore Initiative. Among the panelists was Mizgîn Tahir, the first Kurdish opera singer and conductor from Rojava, who spoke about preserving Kurdish identity through cultural work. Kurdish-Alevi activist Açelya Erbasli discussed her artistic engagement with Alevism. Berfîn Emektar, a theater actress from Amed, addressed the Turkish state’s assimilation policies and Kurdish women’s resistance in the diaspora. Writer and director Cemîle Sahîn highlighted patriarchal structures in the art industry and the political challenges they pose.

Musical and Cultural Highlights

On the third day, the women of the Zaza Women Project, along with singers Maviş Güneşer and Gule Mayera, performed traditional Klamî/Deyîs songs. Gülten Firat presented Dengbêj, an oral and musical tradition preserving significant historical events.

Another highlight was the theater play „Amargî“ on the fourth day, which was performed at Theater X. The performance was completely sold out.

On the fifth day, the young women of Tekojin explored the history of the Nelkenapfel. In a workshop, participants had the opportunity to create bookmarks and bracelets. Deqqaqe Dîlara, an expert on the tradition of Deq, provided insights into her research and demonstrated methods of this body art form. Interested participants could try their hand at traditional Deq tattooing.

On the sixth day, traditional Kurdish costumes took center stage. Koma Ferasîn and Koma Delîl Çiyager presented outfits from Bakûrê Kurdistanê and Hesekê (Rojava). A fashion show rounded off the event, which culminated in Kurdish dances.

Workshops on Jineolojî and Social Ecology

On the seventh day of the Cultural Days, workshops on Jineolojî and social ecology were held at the Spore Initiative. JXK Berlin, Sermîn G., and Menekse K. introduced participants to these topics and presented their final results.

Conclusion with a Musical Highlight

The Cultural Days concluded on March 8 with a grand concert at HAU2. Artists Dîlan Top and Sheyda Ghavami provided an unforgettable musical evening.

A Strong Statement of Resistance

The Kurdish Women’s Cultural Days impressively demonstrated that art and culture are central elements of resistance. They provided space for political debates, artistic self-assertion, and collective remembrance. A special thanks goes to the many artists, organizers, and supporters who made these days possible.

In total, around 900 to 1,000 people attended the various events of the Cultural Days. The organizers concluded with a call to see March 8 not just as a holiday but as a day of mobilization: „Our struggle does not end as long as patriarchy and capitalism exist. Our weapon is our solidarity and our tireless commitment to a more just world.“

Frauen an der Spitze des Widerstands – Kein Frieden mit Patriarchat und Kapitalismus! – Statement zum 8. März

Der 8. März ist ein Tag des Widerstands gegen patriarchale Gewalt, Unterdrückung und Krieg. Er ist der Tag, an dem wir als Frauen und unterdrückte Geschlechter unsere Stimmen erheben – für unsere Freiheit, für eine Welt, in der keine von uns mehr in Angst leben muss. Unsere Kämpfe sind keine isolierten Kämpfe, sie sind Teil eines weltweiten Widerstands gegen die Herrschaft der Staaten, der Kapitalinteressen und des Militarismus, die unsere Körper und unser Leben kontrollieren wollen. 

Der Kampf der Frauen für Freiheit ist kein symbolischer, sondern ein realer Kampf, der Leben kostet. Wir gedenken all jener, die für diesen Kampf ihr Leben gaben – den Frauen in Rojava, die mit der Waffe in der Hand gegen ISIS kämpften, den Frauen im Iran, die für ihre Freiheit hingerichtet wurden, den Aktivistinnen, die in Abya Yala ermordet wurden, weil sie sich nicht unterordneten, den Frauen, die in den Bergen Kurdistans unerschütterlich gegen den blanken Faschismus des türkischen Staates kämpften und kämpfen. Ihre Namen mögen die Herrschenden aus den Geschichtsbüchern verbannen wollen, aber wir tragen sie weiter: Sehid Sara, Sehid Rojbin, Sehid Rohani, Sehid Hevrin Khalaf, Sehid Arin Mirkan und unzählige andere, die in diesem Kampf gefallen sind. Ihr Widerstand lebt in uns weiter.

Abdullah Öcalan hat immer betont, dass Frauen an der Spitze des Widerstands stehen müssen, weil ohne die Befreiung der Frauen keine Gesellschaft befreit werden kann. Dies zeigt sich besonders in Rojava, wo Frauen nicht nur für sich selbst kämpfen, sondern ein Modell einer neuen, gerechten Gesellschaft erschaffen haben. Doch genau deshalb ist die Frauenrevolution in Nord- und Ostsyrien unter Dauerbeschuss. Die türkische Besatzung, die gezielte Ermordung von Aktivistinnen, die Zerstörung von Infrastruktur und das systematische Zurückdrängen von Frauen in alte patriarchale Strukturen sind kein Zufall – sie sind eine direkte Antwort auf die Bedrohung, die ein freies und selbstbestimmtes Leben für das herrschende System darstellt.

Seit Jahrzehnten steht die Frauenbewegung an der Spitze des Widerstands gegen Patriarchat, Besatzung und Krieg. Doch genauso steht sie an der Spitze des Kampfes für einen gerechten Frieden. Abdullah Öcalan hat mit seiner Erklärung vom 27. Februar erneut betont: Ohne die Freiheit der Frauen kann es keinen wahren Frieden geben. Sein Friedensaufruf ist kein Appell an die Herrschenden, sondern eine Aufforderung an uns alle, die Strukturen von Unterdrückung und Gewalt zu zerschlagen und eine Welt aufzubauen, in der Gerechtigkeit und Freiheit möglich sind. Frieden bedeutet nicht die Abwesenheit von Krieg, sondern die aktive Zerschlagung des Faschismus und des kapitalistischen Systems, das auf Spaltung und Unterwerfung beruht. Die Frauenbewegung in Kurdistan hat dies immer vor Augen gehabt – und kämpft deshalb nicht nur gegen das Patriarchat, sondern für eine radikale gesellschaftliche Veränderung.

Das Patriarchat ist kein Relikt aus vergangenen Zeiten, sondern eine tragende Säule des Kapitalismus. Es hält Frauen in unbezahlter oder unterbezahlter Care-Arbeit gefangen – sei es in der Familie, in sozialen Berufen oder in der reproduktiven Arbeit, die das System am Laufen hält. Ohne diese unsichtbare und unbezahlte Arbeit würde der Kapitalismus zusammenbrechen – er beruht auf der ständigen Verfügbarkeit von billiger oder kostenloser Arbeitskraft. Zudem sichert das Patriarchat die Kriegswirtschaft und Militarisierung, indem es eine Kultur der Männlichkeit und Hierarchie reproduziert, die Gehorsam, Gewalt und Nationalismus fördert – alles Grundpfeiler einer kapitalistischen Gesellschaft, die sich durch Krieg, Ausbeutung und Zerstörung erhält.

Während Frauen weltweit für ein Ende von Gewalt und Unterdrückung kämpfen, erleben wir eine seit dem Zweiten Weltkrieg beispiellose Militarisierung. Deutschland setzt auf Aufrüstung, will ein neues Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 400 Mrd. Euro schaffen und liefert Kriegsschiffe an die Türkei – ein Staat, der offen völkerrechtswidrige Kriege führt, Kurd*innen ermordet und vertreibt und die Frauenbewegung bekämpft. 

In der NATO-Logik heißt es nun, „kriegstüchtig“ zu sein, während die Türkei seit Jahren dieselbe Rhetorik nutzt, um ihre Besatzungspolitik zu legitimieren. Die Herrschenden wollen uns glaubhaft machen, dass es keine Alternative zum Krieg gibt, doch wir wissen: Der wahre Feind ist nicht irgendein Land, sondern das System aus Kapitalismus, Nationalismus und Patriarchat, das sich nur durch Spaltung und Gewalt erhält. In Kriegszeiten wird die patriarchale Ordnung besonders aggressiv verteidigt – sei es durch die Militarisierung der Gesellschaft, die Einschränkung von Frauenrechten oder die Gewalt gegen all jene, die sich der Kriegslogik widersetzen. Frauen werden systematisch instrumentalisiert: als Mütter der Nation, die „den Krieg unterstützen“ sollen, als unsichtbare Arbeiterinnen in den kriegswichtigen Produktionsstätten oder als Opfer sexualisierter Gewalt, die in jedem Krieg als Waffe eingesetzt wird.

Die Kämpfe der Frauen in Kurdistan, in Palästina, im Iran, in Afghanistan und weltweit zeigen uns, dass Widerstand möglich ist. Doch er braucht Organisierung, er braucht Solidarität, er braucht einen klaren Bruch mit den herrschenden Strukturen. Gewerkschaften, feministische Kollektive und revolutionäre Bewegungen müssen sich vereinen, um dieser Unterdrückung etwas entgegenzusetzen. Nur wenn wir die kapitalistische Kriegsmaschinerie und ihre Profiteure als das benennen, was sie sind, können wir sie ins Wanken bringen. Unser Widerstand muss die wirtschaftlichen und politischen Zentren treffen, die diese Kriege ermöglichen – durch Streiks, durch Sabotage, durch internationale Vernetzung.

Die Frauenrevolution ist keine abstrakte Idee, sondern gelebte Praxis. Jede von uns, die sich organisiert, die kämpft, die Widerstand leistet, ist Teil dieser Revolution. Deshalb rufen wir dazu auf, den 8. März nicht als bloße Symbolik zu begehen, sondern als Tag der Mobilisierung. 

Unser Kampf endet nicht, solange Patriarchat und Kapitalismus existieren. 

Unsere Waffe ist unsere Solidarität und unser unermüdlicher Kampf für eine andere Welt.

Hoch die internationale Solidarität! Hoch die Frauenrevolution!

Jin Jiyan Azadi!

08.03.2025, Cênî – Das Kurdische Frauenbüro für Frieden e.V.

Beharren wir auf den Frieden! Erklärung zum Friedens- und Demokratieaufruf von Abdullah Öcalan

Als Cênî – kurdisches Frauenbüro für Frieden haben wir die jüngsten Entwicklungen im Kontext des Friedens- und Demokratieaufrufs von Abdullah Öcalan, des Vorsitzenden und Repräsentanten der kurdischen Bewegung, mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Öcalans Aufruf ist nicht nur ein Aufruf an die PKK, die Waffen niederzulegen und sich aufzulösen, sobald die Bedingungen für einen Demokratisierungsprozess gegeben sind. Vor allem ist er als Aufruf an alle Teile der Zivilgesellschaft zu verstehen, gemeinsam mit demokratischen Verbündeten und mit einem gestärkten Willen den Weg des Friedens zu beschreiten.

Angesichts dieser Phase, in der der türkische Staat pausenlos Angriffe in Rojava und Südkurdistan durchführt und kurdische Oppositionelle in der Türkei zu Dutzenden verhaftet, hat der Aufruf zur Auflösung und Entwaffnung der PKK für viele Fragezeichen gesorgt. Es ist klar, dass die Türkei in der aktuellen Phase kein vertrauenswürdiger Verhandlungspartner ist, nicht aus edlen Motiven handelt und erst gewisse Schritte unternehmen muss, damit der Beginn eines Prozesses gewährleistet werden kann. Die PKK machte auch schon deutlich, dass eine Entwaffnung von heute auf morgen nicht denkbar ist, solange die repressiven und undemokratischen Zustände und vor allem die Bedingungen der Gefangenschaft Öcalans so bestehen bleiben.

Worauf wir uns jetzt besonders fokussieren müssen und was uns als Aufgabe in dieser Zeit zukommt, ist, auf den Frieden zu beharren und unsere Bemühungen für Frieden und Befreiung fortzusetzen, komme was wolle.

Der staatliche Terror in Kurdistan hat unvorstellbares Leid, Krieg und Unterdrückung hervorgebracht. Der Widerstand, den die kurdische Freiheitsbewegung seit mehr als 46 Jahren leistet, war zum einen der bewaffnete Kampf, für den unzählige Menschen ihr Leben geopfert haben und gefallen sind – wir gedenken den Gefallenen des Befreiungskampfes mit Respekt und Liebe. Auf der anderen Seite war es der Kampf der Gesellschaft, insbesondere der Frauen, die sich jedem Tag dem staatlichen Terror und den Repressionen widersetzen. Mit dem Aufruf von Rêber Abdullah Öcalan wird deutlich, dass der Gesellschaft in dieser kommenden Phase eine große Aufgabe bevorsteht.

Wir müssen in dieser Phase richtig verstehen, was unsere historische Rolle auf dem Weg zu einem Lösungsprozess ist, uns vereinen, um für Frieden zu kämpfen, und uns dabei unsere Prinzipien von Frauenbefreiung, Ökologie und Selbstbestimmung klar vor Augen führen und wahren. Diese Prinzipien sind besonders wichtig, wenn wir uns die letzten Jahrzehnte des Krieges in Kurdistan anschauen. Der Staat hat die Gesellschaft immer wieder durch Femizid, patriarchale Gewalt, Ökozid und psychologische Kriegsführung angegriffen. Als Cênî betonen wir immer wieder, dass Frauen und die Jugend die Hauptleidtragenden des Krieges sind – sie sind besonders betroffen von der Gewalt, von der Zerstörung der Natur, von der allgegenwärtigen Normalisierung von Krieg und Militarismus. Deshalb kann es keine Befreiung und keinen Frieden ohne die Beteiligung von Frauen geben. Ohne den Erfahrungsschatz der feministischen und Frauenbewegungen, ohne eine Haltung gegen Krieg, Militarismus, staatliche und patriarchale Gewalt, und ohne einen aktiven Widerstand gegen die Kriegslogik des kapitalistischen und patriarchalen Systems wird es keinen Frieden geben.

„Respekt für Identitäten, freie Selbstdarstellung und demokratische Selbstorganisation jedes einzelnen Gesellschaftsteils auf der Grundlage ihrer eigenen sozioökonomischen und politischen Strukturen sind nur durch die Existenz einer demokratischen Gesellschaft und eines politischen Raums möglich“, schreibt Rêber Apo. Eine demokratische Transformation benötigt die Mühen aller Teile der Gesellschaft.

Demokratisierung ist in diesem Kontext keineswegs im oberflächlichen, staatlichen Sinne zu verstehen. Das betonte Rêber Apo auch im Gespräch mit der Imrali-Delegation, wie die DEM-Vorsitzende Tülay Hatimoğulları berichtete: „Er betonte, dass der Kampf für Demokratie untrennbar mit der Frauenbewegung verbunden sei. Demokratisierung bedeute revolutionär zu sein. Der erste Schritt dazu sei eine freiheitliche Herangehensweise an die Frauenfrage, sagte Öcalan. Er stellte klar, dass Gleichberechtigung, Freiheit und Demokratie nur durch die Einbindung der Frauen in den gesellschaftlichen Wandel erreicht werden können.“

In diesem Sinne und mit diesem Geist rufen wir alle feministischen Bewegungen dazu auf, am 8. März und zum kurdischen Neujahrsfest Newroz am 21. März die Straßen mit ihren Appellen für Frieden und Freiheit zu füllen. Uns kommt jetzt eine historische Rolle zu – wenn wir uns vereinen, wenn wir kämpfen, können wir das System der Gewalt und des Krieges erschüttern, und eine bessere Welt schaffen, in der die Gesellschaft über sich selbst bestimmt und sich selbst organisiert.

Jin Jiyan Azadî!

05.03.2025 / Cênî – kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V.

Aufruf 8. März Demo – Der unaufhaltsame Widerstand der Frauen* (nur Flinta*)

Liebe Freund*innen, Schwestern, Mütter, Genoss*innen,

überall auf der Welt nimmt der Angriff auf uns Frauen zu: In den Gefängnissen von Goma, in den Krankenhäusern von Kolkata, im Sudan, in Palästina, Kurdistan, Chiapas und anderswo. Wir werden misshandelt, versklavt, vergewaltigt, verbrannt und getötet. Jeden Tag und zu jeder Sekunde.

Derweil ziehen weltweit immer mehr konservative und rechte Kräfte in die Parlamente, die für Kriegstreiberei, Genozide sowie frauenfeindliche und faschistische Politik verantwortlich sind.

Unsere Antwort lautet: Selbstverteidigung. Überall dort, wo wir Frauen und andere Geschlechter unterdrückt werden, leisten wir Widerstand gegen Patriarchat, Kapital, Faschismus und Imperialismus. Widerstand ist Leben und unser Widerstand ist unaufhaltsam!

Lasst uns deshalb am 8. März gemeinsam durch die Straßen ziehen und unseren Ärger, unsere Trauer und unsere Wut lauter ertönen denn je! Hoch lebe die Frauenrevolution in Rojava und weltweit!

Jin Jiyan Azadî!

Datum: 08.03.2025
Uhrzeit: 14 Uhr
Ort: Brandenburger Tor


Call for March 8 demo – The unstoppable resistance of women* (flinta* only)

Dear friends, sisters, mothers, comrades,

All over the world, the attack on us women is increasing: In the prisons of Goma, in the hospitals of Kolkata, in Sudan, in Palestine, Kurdistan, Chiapas and elsewhere. We are abused, enslaved, raped, burned and killed. Every day and every second.

Meanwhile, more and more conservative and right-wing forces responsible for warmongering, genocide, misogynist and fascist policies are entering parliaments around the world.

Our answer is self-defense. Wherever we women and other genders are oppressed, we resist patriarchy, capital, fascism and imperialism. Resistance is life and our resistance is unstoppable!

So let’s march together on March 8th and let our anger, grief and rage be heard louder than ever! Long live the women’s revolution in Rojava and worldwide!

Jin, Jiyan, Azadî!

Date: 08.03.2025
Time: 14 Uhr
Place: Brandenburger Tor

Kurdisches Frauenbüro von Frieden anlässlich des 26. Jahrestags des Internationalen Komplotts gegen Abdullah Öcalan

Am 15. Februar 1999 wurde Abdullah Öcalan, der Vordenker der kurdischen Freiheitsbewegung und Architekt der Frauenbefreiungsideologie, durch die Kollaboration von NATO-Staaten und Israel in einem internationalen Komplott gefangen genommen. Seitdem sitzt er in Isolationshaft auf der Gefängnisinsel Imrali – 26 Jahre der Isolation, 26 Jahre des Widerstands gegen ein System, das seine Ideen fürchtet. Öcalans Vision einer befreiten Gesellschaft, die das Patriarchat, den Kapitalismus und den Staat überwindet, ist nicht nur eine Bedrohung für die Unterdrücker, sondern eine Hoffnung für die Unterdrückten. Seine Ideen zur Frauenbefreiung haben Abertausende von Frauen inspiriert, sich aus den Fesseln der patriarchalen Tyrannei zu befreien. Sie haben gezeigt, dass der Kampf für die Freiheit der Frauen untrennbar mit dem Kampf gegen den Kapitalismus und das Patriarchat verbunden ist. Diese Ideen sind zu einer globalen Perspektive geworden, zu einem Wegweiser für Millionen von Frauen, die gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt aufbegehren.

Wir befinden uns in einer dynamischen und entscheidenden Phase, in der der türkische Staat, zunehmend in die Ecke gedrängt, mit den Konsequenzen seiner eigenen Politik konfrontiert wird. Die aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit den vorsichtigen Gesprächen zwischen Abdullah Öcalan und dem türkischen Staat verdeutlichen die tiefe Krise, in der sich das System befindet. Öcalan, der seit über zwei Jahrzehnten in Isolationshaft auf der Gefängnisinsel Imrali festgehalten wird, bleibt eine zentrale Figur nicht nur für die kurdische Freiheitsbewegung, sondern auch für die Suche nach einer politischen Lösung der kurdischen Frage. Doch seine Ideen gehen weit darüber hinaus – sie sind ein Aufruf zur Befreiung der gesamten Gesellschaft aus den Fesseln des Kapitalismus, des Patriarchats und des Nationalstaats.

In einer Welt, die von Kriegen, Genoziden und der Krise des Kapitalismus zerrissen wird, ist Öcalans Vision einer demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft mehr denn je eine Notwendigkeit. Der Dritte Weltkrieg tobt, die Kriegsmaschinerie läuft auf Hochtouren, und die Herrschenden versuchen mit aller Gewalt, ihre Macht zu erhalten. Doch die Ideen der Freiheit, die Öcalan verkörpert, lassen sich nicht einsperren, nicht isolieren, nicht zum Schweigen bringen.

In der aktuellen Phase des Dritten Weltkriegs, getrieben von der gnadenlosen Gier nach Kapitalakkumulation, dem Erstarken faschistischer Mächte weltweit, stecken alle Staaten in einer tiefen Krise. Die Menschen, ob in Kriegsgebieten oder in den vermeintlich „friedlichen“ Regionen der Welt, erheben ihre Stimmen immer lauter gegen ein System, das sie in Armut, Gewalt und Hoffnungslosigkeit stürzt. Doch statt auf die berechtigten Forderungen der Menschen zu hören, reagieren die Staaten mit verstärkter Repression, mit Angst und Brutalität. Die Herrschenden haben Angst – Angst vor der Macht der Massen, Angst vor der Idee der Freiheit, die sich nicht mehr unterdrücken lässt. Sie versuchen, den Widerstand mit Polizeigewalt, Überwachung, Zensur und militarisierter Kontrolle zu ersticken. Doch je brutaler die Repression wird, desto klarer wird: Das System hat keine Antworten mehr. Es kann nur noch zerstören, unterdrücken, töten.

In jeder Ecke der Welt wächst der Widerstand – gegen Krieg, gegen Kapitalismus, gegen Patriarchat und staatliche Gewalt. Die Krise des Systems ist auch eine Chance: die Chance, eine neue Welt aufzubauen, eine Welt jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung, eine Welt, die auf Solidarität, Gleichheit und Freiheit basiert. Die revolutionäre Kraft der kurdischen Frauenbewegung, die unter dem Leitbild von Öcalans Frauenbefreiungsideologie steht, ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie der Kampf für Freiheit geführt werden kann.  Der Kampf für eine befreite Gesellschaft ist nicht nur ein Kampf gegen ein System, sondern ein Kampf für das Leben selbst.

Die Freilassung Abdullah Öcalans ist nicht nur eine Forderung der kurdischen Bewegung, sondern ein Schritt zur Befreiung aller unterdrückten Völker und Geschlechter. Solange Öcalan in Isolationshaft gehalten wird, solange seine Ideen bekämpft werden, wird der Widerstand weitergehen – denn die Freiheit ist unteilbar, und der Kampf für sie ist unbesiegbar. Die revolutionäre Frauenbewegung Kurdistans führt uns voran, mit Mut, Entschlossenheit und der unerschütterlichen Überzeugung, dass eine andere Welt möglich ist. Eine Welt der Freiheit, der Gleichheit und der Würde – und diese Welt wird erkämpft werden.

Jin, Jiyan, Azadî!


Kurdish Women’s Office for Peace on the 26th year of the International Plot against Abdullah Öcalan

On February 15, 1999, Abdullah Öcalan, the leading thinker of the Kurdish freedom movement and architectural force behind the ideology of women’s liberation, was captured in an international conspiracy through the collaboration of NATO states and Israel. Since then, he has been in solitary confinement on the prison island of Imrali – 26 years of isolation, 26 years of resistance against a system that fears his ideas. Öcalan’s vision of a liberated society that overcomes patriarchy, capitalism and the state is not only a threat to the oppressors, but a hope for the oppressed. His ideas on women’s liberation have inspired thousands and thousands of women to free themselves from the shackles of patriarchal tyranny. They have shown that the fight for women’s freedom is inextricably linked to the fight against capitalism and patriarchy. These ideas have become a global perspective, a signpost for millions of women rebelling against oppression, exploitation and violence.

We are in a dynamic and pivotal phase in which the Turkish state, increasingly backed into a corner, is confronted with the consequences of its own policies. The current developments surrounding the meetings between Abdullah Öcalan and the Turkish state illustrate the deep crisis in which the system finds itself. Öcalan, who has been held incommunicado on the prison island of Imrali for over two decades, remains a central figure not only for the Kurdish freedom movement, but also for the search for a political solution to the Kurdish question. But his ideas go far beyond this – they are a call for the liberation of society as a whole from the shackles of capitalism, patriarchy and the nation state.

In a world torn apart by wars, genocides and the crisis of capitalism, Öcalan’s vision of a democratic, ecological and gender-liberated society is more than ever a necessity. The Third World War is raging, the war machine is running at full speed and the rulers are trying with all their might to maintain their power. But the ideas of freedom that Öcalan embodies cannot be imprisoned, isolated or silenced.

In the current phase of the Third World War, driven by the merciless greed for capital accumulation and the strengthening of fascist powers worldwide, all states are in a deep crisis. People, whether in war zones or in the supposedly “peaceful” regions of the world, are raising their voices ever louder against a system that is plunging them into poverty, violence and hopelessness. But instead of listening to the legitimate demands of the people, states are reacting with increased repression, fear and brutality. Those in power are afraid – afraid of the power of the masses, afraid of the idea of freedom, which can no longer be suppressed. They are trying to stifle resistance with police violence, surveillance, censorship and militarized control. But the more brutal the repression becomes, the clearer it becomes: The system has no more answers. It can only destroy, suppress and kill.

Resistance is growing in every corner of the world – against war, against capitalism, against patriarchy and state violence. The crisis of the system is also an opportunity: the opportunity to build a new world, a world beyond exploitation and oppression, a world based on solidarity, equality and freedom. The revolutionary force of the Kurdish women’s movement, which is guided by Öcalan’s ideology of women’s liberation, is a living example of how the struggle for freedom can be waged. The struggle for a liberated society is not just a struggle against a system, but a struggle for life itself.

The release of Abdullah Öcalan is not only a demand of the Kurdish movement, but a step towards the liberation of all oppressed peoples and genders. As long as Öcalan is kept in solitary confinement, as long as his ideas are fought against, the resistance will continue – because freedom is indivisible and the struggle for it is invincible. The revolutionary women’s movement of Kurdistan leads us forward, with courage, determination and the unwavering determination that another world is possible. A world of freedom, equality and dignity – and this world will be fought for.

Jin, Jiyan, Azadî!

Kurdische Frauen Kulturtage, Berlin 2025

Einladung zu den kurdischen Frauenkulturtagen 2025!

Ausstellung | Panel | Deyîş & Dengbêj | Theater | DEQ & Nelken | Govend | Jineolojî & Soziale Ökologie | 8. März Demo | 8. März Konzert

Cênî präsentiert in Zusammenarbeit mit JXK, TekoJIN, KJAR, Dest-Dan und Hûnera Mizgîn die Kurdischen Frauen Kulturtage 2025 unter dem Thema: „Xwebûn – Die Kunst des Widerstands“

Vom 01. bis 08. März 2025 erwartet euch eine inspirierende Woche voller Kunst, Kultur und Austausch. Wir eröffnen die Kulturtage am 01. März mit einer Vernissage, die den Auftakt für ein vielfältiges Programm bildet. Freut euch auf bewegende Musik, beeindruckende Kunst, dynamischen Tanz und inspirierende Workshops – jede Veranstaltung eröffnet ein einzigartiges Fenster in die Welt des Widerstands und der Selbstbestimmung, die sich im Konzept von Xwebûn widerspiegeln. Im Laufe der Woche könnt ihr euch auf ein breites Spektrum an kulturellen Veranstaltungen freuen, darunter Workshops, Gesangsabende, eine traditionelle Govendvorführung (Folkloretanz), Musik, Kunst und Theater. Den feierlichen Abschluss bildet am 08. März ein Konzert nur für FLINTA*. Zieht gerne eure tradionellen Trachten/Kleidung an für das Abschlusskonzert.

Samstag 08. MÄRZ – ABSCHLUSSKONZERT
Sänger:innen: Dîlan Top, Sheyda Ghavami
Ort: HAU2, Hallesches Ufer 34,10963 Berlin
>>>>Nur 200 Plätze<<<<
(NUR FÜR FLINTA* am feministischen Kampftag)

Lasst uns alle gemeinsam am feministischen Kampftag, auf der Demo um 14 Uhr am Brandenburger Tor laut werden! Und danach zusammen singen und tanzen als Abschluss der Kulturtage!


Leider rüstet der Deutsche Bundeshaushalt in Rekordhöhe auf und kürzt im Bereich der Kunst und Kultur, deswegen brauchen wir eure Unterstützung, um die Kulturtage umzusetzen.


Programm der Kulturtage:

Samstag 01. MÄRZ: VERNISSAGE AUSSTELLUNG 18 Uhr
Ausstellende Künstler:innen: Bêrîvan Îbîn, Nefel, NubikArts, Selina Tango, Melina Tango, Susan Azizi, Shilda Rashid, kurdische Frauenbewegung
Ort: Alte Münze, Am Krögel 2, Berlin
Besuchszeiten der Ausstellung: 03.-07. März, 10-18 Uhr
Eintritt: Kostenlos

Bêrîvan Îbîn ist bildende Künstlerin und Tätowiererin. Sie hat einen Bachelor in Philosophie und Spanisch an der Universität Osnabrück und der Universidad de La Plata in Argentinien gemacht. An der Universität Hildesheim hat sie ihren Master in Philosophie und Künste interkulturell mit dem Schwerpunkt post- und dekoloniale Theorien gemacht. Mit Fokus auf kurdische Kultur, Identität und Widerstand verbindet sie Kunst, soziale Themen und persönliche Geschichten in ihren Werken.

Susan Azizi ist kurdisch-iranische Installations-Künstlerin und Bildhauerin. Im Iran arbeitete sie als Bildhauerin und Leiterin einer Werkstatt für Kunst im Öffentlichen Raum. Ihre Arbeit behandelt Themen wie Migration, Unterdrückung, Macht und Geschichte auf politischer und persönlicher, intimer und existenzieller Ebene. Seit 2014 lebt sie im Exil in Deutschland.

Selina Tango ist Kunststudentin und Künstlerin – „Seit 2016 widme ich mich intensiv der Kunst, geprägt von meinen kurdischen Wurzeln und dem Wunsch, Kultur und Identität lebendig zu halten. Ein zentrales Thema meiner Werke ist die Stärke der Frauen – ihre Geschichten sichtbar zu machen, liegt mir besonders am Herzen. Kunst gibt mir die Freiheit, meine Gedanken in greifbare Formen zu verwandeln. Der kreative Austausch mit meiner Schwester, die ebenfalls Künstlerin ist, inspiriert mich und bereichert meinen Schaffensprozess.“

Nefel ist eine in Berlin lebende Filmfotografin. In ihrer Arbeit setzt sie den Fokus auf Kurdistan sowie das Leben in der kurdischen Diaspora in Deutschland. Mit ihren Momentaufnahmen fängt sie die Natur und den Alltag in Kurdistan sowie in der Diaspora authentisch ein. Ein zentraler Aspekt ihrer Arbeit ist die Sichtbarkeitsarbeit: Sie dokumentiert traditionelle Trachten, Tänze, Musik, Festivals und Demonstrationen und schafft so ein visuelles Archiv kurdischer Identität und Kultur. Dazu gehört auch die Sichtbarmachung kurdischer FLINTA, deren Geschichten, Kämpfe und Widerstände in ihren Bildern einen besonderen Raum finden.

Nubikarts, mit bürgerlichem Namen Nubihar, ist eine kurdische Künstlerin aus Amed. Für sie ist Kunst weit mehr als nur Ausdruck – sie ist Therapie, Widerstand und ein Weg, die Welt lebendiger zu gestalten. In jedem Pinselstrich steckt ein Stück Heilung, in jeder Farbe ein Stück Hoffnung. Trotz einer naturwissenschaftlichen Ausbildung, die sie gegen ihren Willen absolvieren musste, hat sie ihren künstlerischen Weg nie verlassen. Ihre Kunst ist ein Statement: Kurdische Kultur und Identität sollen nicht nur mit Krieg und Leid in Erinnerung bleiben, sondern auch mit Schönheit, Kreativität und Beständigkeit. Mit ihrer Kunst bewahrt und gestaltet sie die Existenz ihres Volkes, gibt Emotionen Raum und macht die Welt ein Stück bunter – denn ohne Kunst wäre sie schlicht zu langweilig.


Sonntag 02. MÄRZ PODIUMSDISKUSSION 19 Uhr mit “Xwebûn in der Kunst”
Panelist:innen: Mizîn Tahîr – Opernsängerin aus Rojava, Açelya, Berfîn Emektar, Cemîle Şahîn,
Ort: Spore Initiative, Hermannstraße 86, 12051 Berlin, 19 Uhr
Sprachen: Kurmancî | Deutsch
Eintritt: Kostenlos

Im Zentrum steht *Xwebûn* – das radikale Konzept der Selbstbestimmung. Es ist mehr als ein Wort, es ist eine Haltung, ein Kampf, eine gelebte Realität. Jede der Künstlerinnen bringt ihre eigene Interpretation mit, doch sie alle vereint ein Ziel: durch ihre Kunst Grenzen zu sprengen, das Unsichtbare sichtbar zu machen, den Geist eines freien Volkes und einer freien Frau in jedem Strich, jedem Ton, jedem Wort lebendig werden zu lassen. 

Ihre künstlerischen Arbeiten sind keine bloßen ästhetischen Gesten – sie sind Rufe nach Gerechtigkeit, sie sind Zeugnisse der Geschichte, sie sind der Atem eines Volkes, das sich nicht unterwerfen lässt. Ob durch Malerei, Musik, Literatur oder Performance – diese Künstlerinnen verwandeln Schmerz in Schönheit, Wunden in Widerstand und Unterdrückung in Aufstand. In diesem Podium hört das Publikum nicht nur zu, sondern wird Teil eines kollektiven Widerstands.  Kommt, hört zu, stellt Fragen – Xwebûn ist hier. Und es lässt sich nicht mehr aufhalten.

Die kurdische Opernsängerin Mizgîn Tahir wurde in einer Künstlerfamilie in der Stadt Derbasiya geboren und wuchs in Sere Kaniye (Raas al-Ain) im Norden Syriens auf. Ihr Vater war ein sehr bekannter Sänger, ihr Bruder und ihre Schwester waren ebenfalls Sänger. Aber Mizgîn wollte einen anderen Weg einschlagen, sie wollte Opernsängerin werden. Sie begann ihr Musikstudium 1999 und schloss es 2004 mit dem Bachelor of Music ab. Seit ihrem Abschluss hat Mizgin Tahir an vielen Konzerten teilgenommen und unterrichtet Musik an der Akademie von Cigerxwin in Diyarbakir.

Cemîle Şahîn ist Autorin und Künstlerin und wurde 1990 in Wiesbaden geboren. Sie hat in London und Berlin studiert und ist ars viva-Preisträgerin für Bildende Kunst. »TAXI« war ihr Debütroman, »ALLE HUNDE STERBEN« ihr zweiter, »KOMMANDO AJAX« ihr dritter Roman. Für ihr Schreiben wurde Cemile Sahin mit der Alfred Döblin-Medaille ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.

Açelya Erbaşlı, geboren 1997 in eine Arbeiterfamilie, bewegt sich zwischen Psychologie, alevitischer Lehre und Kunst. In ihrer akademischen Laufbahn arbeitete sie mit marginalisierten Jugendlichen und erforschte als Psychologin die Identitätsstrukturen und Emotionen kurdisch-deutscher Menschen. Seit ihrer Jugend schreibt sie Gedichte und nutzt Worte als Mittel um Widerstände und Gefühle greifbar zu machen. Auf Social Media setzt sie sich für Sichtbarkeit und Vernetzung insbesondere alevitischer und kurdischer Menschen ein.

Berfin Emektar, geboren 1979 in Bingöl, begann ihre Theaterkarriere 1996 mit der Theatergruppe Şanoya Hevî, die unter dem MKM in İzmir tätig war. Zwischen 2004 und 2008 setzte sie ihre Arbeit mit Teatra Jîyana Nû in Istanbul fort. 2009 trat sie dem Stadttheater der Stadtverwaltung Diyarbakır bei. Im Jahr 2016 wurde ihr Arbeitsverhältnis nach der Einsetzung von Zwangsverwaltern in die Gemeinden beendet. Seit 2017 arbeitet sie als Schauspielerin, Regisseurin und Managerin am Amed-Stadttheater.


Montag 03. MÄRZ – GESANGSABEND, Deyîş û Klamî û Dengbêj: 18:30 Uhr
Dengbêj: Gülten Firat,
Deyîş û Klamî: Maviş Güneşer & Gule Mayera
Ort: Dragonerareal Kiezraum, Mehringdamm, 10963 Berlin, 18:30 Uhr
Eintritt: Kostenlos

Alevitische Deyiş (Kirmanckî: Klamî/Kilamê) sind wesentlicher Bestandteil der alevitischen Glaubenspraxis und Kultur. Deyiş/Klamî sind keine klassischen Lieder, sondern eine poetische und lyrische Ausdrucksform, die sich mit religiösen und philosophischen Themen des Alevitentums beschäftigt. Traditionell geht es beispielsweise um Prinzipien von Liebe, Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Respekt für die Natur. Da Alevit*innen in der Vergangenheit und noch immer von Unterdrückung und staatlicher Gewalt betroffen sind, sind Deyiş/Klamî als mündliche Überlieferungen kulturellen Wissens zu verstehen. Dies wird vor allem durch die mündliche Weitergabe von alevitischen Frauen aufrechterhalten.

Êzîdische Dengbêj stehen ebenfalls in dieser mündlich überlieferten Tradition. Der Gesang zeichnet sich durch emotionale, kraftvolle und eindringliche Töne aus. Es geht unter anderem um alltägliche Lebenserfahrungen, religiöse Themen und historische Ereignisse, wie Genozide (Ferman), denen Êzîd*innen immer wieder ausgesetzt waren. Dengbêj vermitteln Leid und Schmerz, aber erzählen auch von Liebe, religiösen Bräuchen und anderen mythologischen Erzählungen. Dengbêj bewahren somit das kulturelle Gedächtnis der êzîdischen Gemeinschaft, die als eine Form des kulturellen Widerstands zu verstehen ist. Insbesondere Frauen sind mit dieser mündlichen Kultur und religiösen Praktik tief verwurzelt und erhalten sie aufrecht.

Deyiş/Klamî und Dengbêj sind essenziell für den Erhalt des Êzîdentums und Alevitentums. Beide Gemeinschaften und Praktiken stehen im Kontrast zu patriarchalen und staatlichen Mentalitäten, daher ist ihre Existenz stets bedroht. Deyiş und Dengbêj sind eine Bewahrung der Kultur und Widerstandsform gegen diese Existenzbedrohungen. Gerade alevitische und êzîdische Frauen übernehmen in der mündlichen Überlieferung dieses Wissens eine Vorreiterinnenrolle.

Wir möchten in unserer Veranstaltung diese traditionelle und kulturelle Form des Widerstands würdigen und laden Euch ein, zu einem Abend voller kulturellen Wissen, traditionellen Klängen und Kollektivität.

Maviş begann ihre Musikkarriere 1994 mit der Band Agıré Jiyan in Istanbul und veröffentlichte 1998 ihr erstes Soloalbum, Keje. Nach Aufenthalten in Brüssel und Paris ließ sie sich 2002 in Berlin nieder. Im Jahr 2004 brachte Maviş Güneşer eine Tochter zur Welt und setzte ihre musikalische Arbeit mit den Brüdern Metin & Kemal Kahraman und der Lilith Band fort. Sie sang auf den Alben Meyman von Metin & Kemal Kahraman, Çeveré Hazaru, das sich mit der alevitischen Literatur von Dersim befasst, Saé Moru, der König der Märchen und Oğul. Im März 2019 veröffentlichte Maviş Güneşer ihr zweites Soloalbum Ax de Vaji, ein dokumentarisches Werk, das die letzten 100 Jahre der politischen Geschichte von Dersim anhand von Klageliedern aufarbeitet. Maviş Güneşer, die ihren Hörern derzeit ihr drittes Soloalbum mit dem Titel Dılgran vorstellt, veröffentlicht ihre neuen Liebeslieder in Zazaki / Kirmanç.

Gule Mayera wurde im Dorf Xaçeli in Hozat, Dêrsim geboren. Sie erhielt ihre Baglama-Ausbildung an der Erdal-Erzincan-Saz-Schule, und ihr professionelles Musikleben begann 1996 im Mesopotamien-Kulturzentrum. Im Jahr 1997 wirkte sie an dem Album Mezrabotanım Ez von Koma Rojhilat mit. In denselben Jahren nahm sie an verschiedenen Konzerten mit Koma Asmin teil, einer aus Frauen bestehenden Musikgruppe. 2001 ließ sich Mayêra in Deutschland nieder und arbeitete als Moderatorin von Kultur- und Kunstsendungen in Zazaki/Kırmançki auf verschiedenen Fernsehsendern wie Verasodır, Şiyasani, Teberık, Şemuge. Im Jahr 2010 veröffentlichte er sein zweites Album Mayéra mit Serya Mayéra. 2013 übersetzte und veröffentlichte Mayéra das Buch Rubaiyat Ömer Xeyyam ins Zazaki und leistete damit einen wichtigen Beitrag zum Zazaki-Verlagswesen und zur modernen zaza-sprachigen Literatur. Heute engagiert sie sich neben ihrer Solokarriere für das Zaza Women Music Project.


Dienstag 04. MÄRZ – THEATERSTÜCK „AMARGΓ, 18:30 Uhr
Theatergruppe: Ceren Yildirim, Figen Doymus, Dilara Yildirim, Melisa Tepeli
Ort: Reformationskirche, Wiclefstraße 32, 10551 Berlin, 18:30 Uhr
Ticket holen

Amargi – Mit Jineolojî zu einem freien Theater? war die Abschlussarbeit im Masterstudiengang Angewandte Theaterwissenschaft von Ceren Yildirim. Das collective research Projekt entstand in Kooperation mit dem Jineoloji Zentrum Europa und in Koproduktion mit dem Implantieren Festival 2024, und führte durch teils öffentliche, teils geschlossene Prozesse von Vorträgen und Workshops zu einer Performance. Thematisch hat es sich mit Jineolojî beschäftigt und Gäste vom Jineoloji Zentrum Europa eingeladen. Jineolojî, ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die aus der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung entstanden ist. Die Bezeichnung setzt sich aus „jin“ für Frau (selbe Wurzel wie „jiyan“ für Leben) und „lojî“, was Wissen/ Erkenntnis bedeutet, zusammen. Ihr Ziel ist es, die Wahrheit über Frauen und die Gesellschaft zu erforschen und damit die Demokratisierung der Gesellschaft zu fördern.

Nach drei Monaten kollektiver Forschung mit und über Jineolojî, der Wissenschaft der Frau und des Lebens, endete das Projekt Amargi mit einer Performance, die sich der Archäologie der Frau widmet. Wir – eine Gemeinschaft an Frauen, Forscherinnen, Aktivistinnen – graben, auf der Suche nach Frauenbefreiung, durch 9 Schichten in 9 Tausend Jahren und zeigen Fragmente unserer Funde. Amargi lädt dazu ein, die verborgenen Muster in der Geschichte der Frauen zu entdecken und neu zu interpretieren. Ausgehend von den kollektiven Forschungen und Erinnerungen prallen Mythen und Realität aufeinander. Es ist eine Reise zu den Wurzeln unserer Geschichte und Gemeinschaft, als Frauen, die gleichzeitig die Gegenwart reflektiert und mögliche Zukunftsperspektiven eröffnet.

Künstlerische Leitung und Text: Ceren Yildirim

Performerinnen: Figen Doymus, Dilara Yildirim, Melisa Tepeli

Bühnenbild: Nhu Y Linda Nguyen

Lichtdesign: Dana Maxim

Fotografie: Ilhem Ben Jaballah

Mit besonderem Dank an: Jineoloji Center Europa, Zozan Sîma, Dilar Dirik, Hêlîn Dirik.

Ceren Yildirim absolvierte den Master Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Sie arbeitet multimedial im Bereich der darstellenden Künste, meist im Bereich Regie und Dramaturgie. Ihre thematischen Schwerpunkte sind Widerstandsgeschichten und -kulturen im mittleren Osten, Wahrheitsregime und Dokumentalität.


Mittwoch 05. MÄRZ – WORKSHOP zu Deq & Nelken, 17 Uhr
Workshop: Deq Dilara Eldeniz (@dilaraeldnz),
Nelken: @tekojin.berlin
Ort: Oranienstraße 72, 10969 Berlin, 17 Uhr
Eintritt: Kostenlos

Dieser Workshop besteht aus zwei Teilen zuerst wird Dilara Eldeniz euch die uralte Tradition des Deq vermitteln – ein Erbe, das durch die Hände der Frauen bewahrt und weitergegeben wird. Dabei werden die Rituale beleuchtet, die das Tätowieren begleiten, sowie die spirituelle Bedeutung der Symbole. Zudem werden die traditionellen Techniken vermittelt: von den natürlichen Pigmenten bis hin zur Kunst, mit der Nadel selbst zu stechen. Im zweiten Teil werden junge kurdische Frauen von TekoJIN Berlin euch den Nelkenapfel vorstellen – ein Symbol für Schutz, Erinnerung, Widerstand, Frieden und Liebe. Traditionell besteht er aus einem mit Nelken gespickten Apfel und wurde besonders von Frauen in schwierigen Zeiten genutzt, um Verbundenheit und kulturelle Identität auszudrücken. Neben Nelkenäpfeln werden auch Armbänder und Lesezeichen gebastelt. Zudem wird es Infotische, Musik, Snacks und eine inspirierende Atmosphäre geben.

Dilara Eldeniz ist Kulturforscherin mit Schwerpunkt auf kurdischer und mesopotamischer Symbolik, insbesondere Deq, sowie auf traditionellen Symbolsystemen der Amazigh. In den letzten vier Jahren führte sie ethnografische Forschungen in kurdischen Regionen, dem Libanon, Ägypten und Syrien durch. Ihre Kooperationen mit kurdischen und arabischen Archiven konzentrieren sich auf die museale Aufbereitung, wissenschaftliche Weiterverarbeitung und Digitalisierung von Artefakten um kulturelles Erbe zu dokumentieren, zu kontextualisieren und zugänglich zu machen. Derzeit bereitet sie die Veröffentlichung eines Buches zur Symbolik und Bedeutung traditioneller Deq vor, das in enger Zusammenarbeit mit Kulturarchiven in Kurdistan entsteht.


Donnerstag 06. MÄRZ – GOVEND, TÄNZE & TRACHTEN, 19 Uhr
Gruppe: Jinên Koma Feraşîn û Delîl Çiyager, Hûnera Mizgîn
Ort: Kiezkapelle, Hermannstr. 102, 12051 Berlin
Eintritt: Kostenlos

Am 06.03.2025 findet der Kulturabend zu Govend, Tänzen und Trachten statt.

Unser Programm für diesen Abend beinhaltet eine Präsentation, welche die Trachten sowie die Stellung der Frau in den verschiedenen Bereichen Bakûrê Kurdistans verdeutlicht. Hierbei liegt der Fokus auf der politischen, kulturellen und sozialen Ebene. Desweiteren wird es einen Govend Auftritt der Frauen Koma Feraşîns und Delîl Cîyager geben und im Anschluss eine Modenschau, die zur Vorstellung originaler Trachten der Frauen Kurdistans dient. Den Abend lassen wir mit gemeinsamem Tanzen ausklingen!


Freitag 07. MÄRZ – WORKSHOP zu Jineolojî & Soziale Ökologie, 17 Uhr
Referent:innen:
Şermin G., Umweltanthropologin, @shermin_xan, Menekşe K., Klima & Energie Expertin, @menekse.kizildere, Jinên Xwendekaren Berlin (JXK), @jinenxwendekaren.berlin
Ort: Spore Initiative, Hermannstraße 86, 12051 Berlin, 17 Uhr
Eintritt: Kostenlos

Şermin Güven M.A., ist Kultur- und Sozialanthropologin mit einem Schwerpunkt auf Umweltfragen im Einzugsgebiet von Euphrat und Tigris und deren Bewohner*innen. Als Forscherin und Regionalberaterin konzentriert sie ihre Arbeit auf Ökologie, Wasser, Flüsse, Überschwemmungen und Dürren einerseits sowie auf Krisen und Politik andererseits. Derzeit ist sie als assoziierte Wissenschaftlerin an der Katastrophenforschungsstelle der Freien Universität Berlin tätig, mit einem Schwerpunkt auf vielschichtigen Krisen, die durch Wasserknappheit ausgelöst werden. Zudem verfolgt sie die Lösungsagenda lokaler Organisationen in kurdischen Gebieten. Sie engagiert sich für die Sichtbarkeit von Frauenperspektiven in Klimadebatten. Als Vorstandsmitglied der Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V. ist Şermin für Projekte im Bereich der humanitären Krise und des gesicherten Wasserzugangs mitverantwortlich. Sie ist in Berlin und Nordrhein-Westfalen in Netzwerken für Ökologie und Climate-Justice-Initiativen als beratende und projektgestaltende Person aktiv. Zuletzt hat sie von 2023 bis 2025 gemeinsam mit Lotta Schäfer das Spore Initiatives Wasserbodies – Wasserspiegel Projekt mitkonzipiert.

Menekse KIZILDERE , Climate Crisi and Energy Policy Expert
Has a degree of Environmental Engineering (Civil Engineering lateral department) from Atatürk University. Also have had environmental engineering education from National Chung Hsing University. She has a four years working experience at civil society, on protecting natural resources, pollution problems on public health, biodiversity crisis, ecological balance of vulnerable areas, climate change, environmental policy/low, pollution problems about both rural and urban lands, energy policy and so on.
The technical job was about, prepare technical reports on variety of environmental problems with many aspects of these problems such as, social, health, financial, prepare opinion reports for environmental regulations for government, meet public help demands on environmental problems, interpret developments on environmental policy making processes, coordinate campaigns. In 2013, Kızıldere began engaging in local politics within the HDP. Between 2019 and 2023, she served as the spokesperson for the HDP Ecology Commission and z was a member of the Party Assembly. In the 2023 Turkish general elections, she ran as a parliamentary candidate and later as a mayoral candidate in the local elections. She continues her work within the Kurdish women’s movement.


Liebe Freund*innen, Schwestern, Mütter, Genoss*innen,

überall auf der Welt nimmt der Angriff auf uns Frauen zu: In den Gefängnissen von Goma, in den Krankenhäusern von Kolkata, im Sudan, in Palästina, Kurdistan, Chiapas und anderswo. Wir werden misshandelt, versklavt, vergewaltigt, verbrannt und getötet. Jeden Tag und zu jeder Sekunde.

Derweil ziehen weltweit immer mehr konservative und rechte Kräfte in die Parlamente, die für Kriegstreiberei, Genozide sowie frauenfeindliche und faschistische Politik verantwortlich sind.

Unsere Antwort lautet: Selbstverteidigung. Überall dort, wo wir Frauen und andere Geschlechter unterdrückt werden, leisten wir Widerstand gegen Patriarchat, Kapital, Faschismus und Imperialismus. Widerstand ist Leben und unser Widerstand ist unaufhaltsam!

Lasst uns deshalb am 8. März gemeinsam durch die Straßen ziehen und unseren Ärger, unsere Trauer und unsere Wut lauter ertönen denn je! Hoch lebe die Frauenrevolution in Rojava und weltweit!

Jin Jiyan Azadî!


Samstag 08. MÄRZ – FINISSAGE der Kulturtage mit ABSCHLUSSKONZERT
Sänger:innen: Dîlan Top, Sheyda Ghavami
Instagram: @dilan.top, @sheydaghavamimusic
Ort: HAU2, Hallesches Ufer 34,10963 Berlin
(NUR FÜR FLINTA* am feministischen Kampftag)
Tickets für das Abschlusskonzert

Dîlan Top, geboren in Dêrsim, ist eine junge kurdische Musikerin aus Deutschland. Ihre professionelle musikalische Ausbildung hat sie an der Mainzer Weltmusikakademie genossen. Gleichzeitig unterrichtete sie dort u.a. Kinder in der Tenbûr. In Mainz absolvierte sie zudem erfolgreich ihren Masterabschluss in Management. In ihren Interpretationen verschafft sie ihrer Zuhörerschaft durch traditionelle und authentische Klänge einen Zugang zur Heimatlichkeit und Kultur. Sie singt auf Kurmancî, Zazakî, Türkisch und Armenisch. Die Tenbûr ist dabei ihre stetige Begleiterin. Dieses Instrument ermöglicht es ihr, die Traditionen ihrer Wurzeln in ihren Klängen wiederzugeben.

Sheyda Ghavami wurde in Sanandaj, Iran, in einer Musikerfamilie geboren, die der Sufi-Tradition entstammt. Schon als Kind interessierte sie sich für verschiedene Kunstsparten, insbesondere für Theater und Musik. Als sie 17 Jahre alt war, begann sie heimlich Gesangsunterricht zu nehmen, wo sie vor allem Maqams in traditioneller persischer Musik lernte. Da es Frauen im Iran verboten war zu singen, musste sie diese Privatstunden im Geheimen nehmen, die sie schließlich auch aufgrund des gesellschaftlichen Drucks aufgeben musste. Damit verlor sie ihren einzigen Raum zum Singen.
2013 musste sie aufgrund ihres politischen Engagements, vor allem für Frauenrechte, aus dem Iran fliehen und ging in die Türkei. In der Türkei begann sie wieder zu singen. Sie arbeitete mit dem berühmten kurdischen Sänger Naser Rezzazi zusammen und nahm ihr erstes Lied namens „Shirinim“ auf, das den inhaftierten und hingerichteten Frauen im Iran gewidmet ist.
2014 kam Sheyda Ghavami nach Deutschland und setzte ihre musikalische Karriere als Sängerin fort, wo sie weiterhin mit anderen kurdischen Musikern zusammenarbeitete. Sie sang auch das traditionelle Lied „De Magri“ auf dem Album des iranischen Musikers Reza Samani mit dem Titel „Encounters“. Bis 2021 nahm sie 7 Lieder auf. Außerdem gab sie mehrere Konzerte nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Städten sowie in Kurdistan und im Irak

Wir freuen uns auf euch!

12 Jahre ohne Sara, Rojbîn und Ronahî: Feminizide in Paris und Rojava:  Stoppt den türkischen Staat!!

English version below

Am 09. Januar 2013 ermordete der türkische Geheimdienst MIT gezielt die Revolutionär*innen Sara, Rojbîn und Ronahî und verübte somit einen dreifachen staatlichen Feminizid mitten in Europa. Der türkische Staat führt einen speziellen Krieg gegen revolutionäre Frauen, die entschlossen gegen das Patriarchat und den Kapitalismus kämpfen. Durch diesen Feminizid wurden nicht nur die Errungenschaften und Erfolge der kurdischen Frauenbewegung angegriffen, sondern die gesamte kurdische Gesellschaft und alle kämpfenden Frauen der Welt mit dem Ziel, ihren Widerstand auszulöschen. Doch auch nach 12 Jahren dieser kaltblütigen Ermordung gedenken, erinnern und kämpfen wir noch immer für unsere Freundinnen und alle Frauen weltweit.

Türkische Interessen in Europa und Rojava

Nach den geplanten Morden in Paris war der türkische Staat sehr bedacht darin seine Strukturen des tiefen Staates sowie die Verbindungen und Zusammenarbeiten der internationalen Geheimdienste zu verschleiern. Mit dem mysteriösen Tod des Täters hat es letztlich noch immer keinen Prozess gegen die Verantwortlichen gegeben. Stattdessen erleben Kurdinnen und Kurden sowohl in Nordkurdistan als auch in Europa immer härter, was diese internationale Zusammenarbeit für sie bedeutet: Haft und Folter in der Türkei sowie Repressionen, Kriminalisierung und Fortführung der faschistisch-genezodialen Vernichtungsideologie des türkischen Staates in Europa. Auch am 23. Dezember 2022 kam es in Paris zu einem zweiten Massaker. Dabei wurden die Frauenrevolutionärin Evîn Goyî, Abdurrahman Kızıl und der Künstler Mîr Perwer vor dem Kurdischen Kulturzentrum Ahmet Kaya in Paris getötet.

Doch nicht nur in Europa hat der türkische Staat mit der Ermordung kurdischer Revolutionär*innen und der Kriminalisierung der kurdischen Bevölkerung seine Finger im Spiel. Der seit Jahren andauernden und sich aktuell zuspitzende Angriffskrieg auf Rojava und Nord- und Ostsyrien ist ein weiteres Beispiel für den Versuch der Türkei die kurdische Freiheitsbewegung, insbesondere den Befreiungskampf der Frauen, mit allen möglichen Mitteln zu brechen. Seit Jahren verfolgt die Türkei nicht nur die Zerstörung der Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, sondern auch eine demografische Veränderung der Region. Durch Drohnenangriffe, der Vertreibung der kurdischen Bevölkerung sowie gezielte Angriffe auf Führungspersonen, Besatzung und Ansiedlung ihrer Söldnertruppen führt die Türkei ethnische Säuberungen und Feminizide in der Region durch. Seit dem Fall Assads und der Machtübernahme jihadistischer Millizen am 08. Dezember 2024 erreichen uns nun fast täglich Nachrichten von ermordeten Zivilist*innen und Revolutionär*innen in Rojava und weiteren Teilen Syriens.

Staatlicher Feminzid als Kriegswaffe – in Rojava und Europa

Die Angriffskriege in Rojava, die Militäroperationen des türkischen Staates als auch die Morde in Paris haben eines gemeinsam: sie richten sich speziell an führende Figuren der kurdischen Frauenbewegung. Gerade Sara (Sakine Cansiz) war mit ihrer Entschlossenheit und ihrem Mut eine Schlüsselfigur, die den Widerstandskampf der Frauen in Kurdistan und Europa ebnete und noch heute beeinflusst. „Wir sind etwas, das ihr nicht töten könnt. Wir sind Hoffnung.“ Diese Definition der Frauenrevolution von Rojava ist ebenfalls das Erbe von Sakine Cansız. Ihre Analysen, ihre Kompromisslosigkeit sowie die Liebe und der Respekt für ihre Genossinnen prägen noch immer den Kampf kurdischer Frauen und ihre Ideologie. Der verübte Feminizid an ihr gilt als Versuch ihren andauernden Einfluss und den Kampfgeist kurdischer Frauen zu brechen.

Wie in allen Kriegs- und Konfliktregionen sind auch Frauen in Rojava täglich mit Gewalt konfrontiert. Feminizide und geschlechtsspezifische Gewalt sind eines der wichtigsten Säulen der Handlungsstrategie und dienen als Kriegswaffe in der Region. Zuletzt ermordeten der türkische Staat und seine Söldnertruppen die Journalistin Cîhan Bilgin und drei Mitglieder der Frauenorganisation Zenobiya. Allen Feminiziden zum Trotz leisten die Frauen in Rojava und Nord- und Ostsyrien, ganz im Sinne unserer Freundinnen Sara, Rojbîn und Ronahî, einen unerbittlichen Widerstand.

Selbstverteidigung und Organisierung für die Befreiung der Frau

Hinter diesen gezielten Feminizden und Angriffen steckt die gleiche patriarchale Mentalität, die untrennbar mit den Interessen imperialer Großmächte in der Region verbunden ist. Der türkische Staat will demnach nicht nur in Rojava sondern auch in Europa den Willen und Widerstand der kurdischen Bevölkerung, insbesondere kurdischer revolutionärer Frauen zerschlagen. Die aktuellen Krisen und Kriege zeigen uns einmal mehr, dass wir uns als Frauen entschlossener denn je organisieren und Selbstverteidigungsstrukturen aufbauen müssen. Unser Kampf gegen Kapitalismus und das Patriarchat muss international sein, damit alle in Frieden leben können. Sakine Cansiz (Sara), Leyla Salemez (Ronahî) und Fidan Dogan (Rojbîn) waren nicht nur Vorreiterinnen und Aktivistinnen des kurdischen Frauenbefreiungskampfes, sie verkörperten in ihrer revolutionären Arbeit und ihrer Entschlossenheit alles, wofür „Jin, Jiyan, Azadî“ steht. Sie ebneten den Weg der uns zeigte, dass es ohne die Befreiung der Frau kein freies Leben geben kann. Es ist an der Zeit, diesen Weg weiterzuführen und den Kampf, den sie uns vorlegten, fortzuführen.

Sara, Rojbîn, Ronahî – Jin, Jiyan, Azadî!


12 years without Sara, Rojbîn and Ronahî: Feminicides in Paris and Rojava: Stop the Turkish state!

On January 9, 2013, the Turkish secret service MIT deliberately murdered the revolutionaries Sara, Rojbîn and Ronahî, thus committing a triple state feminicide in the middle of Europe. The Turkish state is waging a special war against revolutionary women who are resolutely fighting against patriarchy and capitalism. Through this feminicide, not only the achievements and successes of the Kurdish women’s movement were being targeted, but the entire Kurdish society and all the fighting women of the world with the aim of eradicating their resistance. Twelve years after this cold-blooded murder, we continue to remember, commemorate and fight for our friends and all women worldwide.

Turkish interests in Europe and Rojava

After the planned murders in Paris, the Turkish state was very determined to conceal its deep state structures and the connections and cooperation of the international secret services. With the mysterious death of the assassin, there has still been no trial of those responsible. Instead, Kurds both in Northern Kurdistan and in Europe are experiencing ever more harshly what this international cooperation has meant for them: imprisonment and torture in Turkey as well as repression, criminalization and the continuation of the fascist-genocidal extermination ideology of the Turkish state in Europe. A second massacre also took place in Paris on December 23, 2022. The women’s revolutionary Evîn Goyî, Abdurrahman Kızıl and the artist Mîr Perwer were killed in front of the Ahmet Kaya Kurdish Cultural Center in Paris.

But it is not only in Europe that the Turkish state has its hands in the murder of Kurdish revolutionaries and the criminalization of the Kurdish people. The war of aggression on Rojava and North and East Syria, which has been going on for years and is currently intensifying, is another example of Turkey’s attempt to destroy the Kurdish freedom movement, especially the women’s liberation struggle, by all possible means. For years, Turkey has been pursuing not only the destruction of self-administration in northern and eastern Syria, but also a demographic change in the region. Through drone attacks, the displacement of Kurdish people and targeted attacks on leaders, occupation and the settlement of its mercenary troops, Turkey is carrying out ethnic cleansing and feminicides in the region. Since the fall of Assad and the takeover of jihadist militias on December 8, 2024, we now receive news of murdered civilians and revolutionaries in Rojava and other parts of Syria almost daily.

State feminicide as a weapon of war – in Rojava and Europe

The wars of aggression in Rojava, the military operations of the Turkish state and the murders in Paris have one thing in common: they are specifically aimed towards leading figures in the Kurdish women’s movement. Sara (Sakine Cansiz) in particular, with her determination and courage, was a key figure who paved the way for the women’s resistance struggle in Kurdistan and Europe and continues to influence it today. “We are something you cannot kill. We are hope.” This definition of the Rojava women’s revolution is also the legacy of Sakine Cansız. Her analyses, her uncompromising attitude and her love and respect for her comrades still characterize the struggle of Kurdish women and their ideology. The feminicide committed against her is seen as an attempt to break her enduring influence and the fighting spirit of Kurdish women.

As in all war and conflict regions, women in Rojava are confronted with violence on a daily basis. Feminicide and gender-based violence are one of the most important pillars of the strategy of action and serve as a weapon of war in the region. Most recently, the Turkish state and its mercenary troops murdered the journalist Cîhan Bilgin and three members of the women’s organization Zenobiya. Despite all the feminicides, the women in Rojava and North and East Syria are resisting relentlessly, in the spirit of our friends Sara, Rojbîn and Ronahî.

Self-defence and organizing for women’s liberation

Behind these targeted feminicides and attacks lies the same patriarchal mentality that is inextricably linked to the interests of imperial powers in the region. The Turkish state wants to crush the will and resistance of Kurdish people, especially Kurdish revolutionary women, not only in Rojava but also in Europe. The current crises and wars show us once again that we as women must organize ourselves more resolutely than ever and build self-defence structures. Our fight against capitalism and patriarchy must be international so that we can all live in freedom. Sakine Cansiz (Sara), Leyla Salemez (Ronahî) and Fidan Dogan (Rojbîn) were not only pioneers and activists of the Kurdish women’s liberation struggle, in their revolutionary work and determination they embodied everything that “Jin, Jiyan, Azadî” stands for. They paved the way that showed us that there can be no free life without the liberation of women. It is time to continue on this path and continue the struggle they set before us.

Sara, Rojbîn, Ronahî – Jin, Jiyan, Azadî!

Manbidsch – eine Stadt unter wiederholter Besatzung von Kongra Star

Dossier: Einordnung der Entwicklungen in Syrien

[Link zum Download unten] – English version below

Nach 13 Jahren Bürgerkrieg in Syrien wurde Assad gestürzt – doch wie geht es jetzt weiter mit Syrien, während islamistische Kräfte an Stärke gewinnen und die Türkei noch stärker als zuvor das selbstverwaltete Rojava angreift? Und was bedeuten die jüngsten Entwicklungen aus Sicht von Frauen und Minderheiten?

Diesen Fragen widmen wir uns in einem Dossier, das unten frei zum Download zur Verfügung steht. (Stand: 10. Dezember 2024)


Information dossier: Context of the latest developments in Syria

[Link to download below]

After 13 years of civil war in Syria, Assad has been overthrown – but what will happen to Syria now that Islamist forces are gaining strength and Turkey is attacking the self-governing Rojava even more than before? And what do the latest developments mean from the perspective of women and minorities?

We address these questions in a dossier that is freely available for download below. (As of December 10, 2024)

Online panel: Rojava under pressure: Women’s revolution as a beacon of hope in uncertain times

⁨The fall of the Syrian regime has created new crises and new opportunities in the Middle East. As Kurds in Syria celebrate the end of a regime that has rendered countless Kurds stateless and denied the existence of a Kurdish identity, language and culture, Turkish-backed militias equally hostile to Kurdish existence have launched new operations against areas held by the Syrian Democratic Forces (SDF) and threaten to advance further.

Please join Kongreya Star, REPAK – The Kurdish Women’s Office, CÊNÎ – Kurdish Women’s Office for Peace and The Kurdish Peace Institute for an online panel discussion on the current situation in Northern Syria and in particular the impact on and consequences for women.

Three renowned Kurdish women leaders from North and East Syria will participate in the panel discussion: Rohilat Afrin, commander-in-chief of the Women’s Defence Units (YPJ), Foza Yusuf, board member of the PYD, and Shiraz Hemo, member of Kongra Star Coordination. Meghan Bodette from the Kurdish Peace Institute will moderate. The panel discussion will take place on 12 December 2024 at 19:00 CET and will be offered in English and Kurdish.⁩

On 12th Dec at 7 PM (CET): Online broadcast on the Youtube Channel (@kongrastar5454)

Or just in case:
https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZMoceCsrjsqGdQTTzGp4NMxmgvi9EomRTdu


Panêla Online: Rojava di bin zextê de: Şoreşa jinê di demên nediyar de weke ronahiya hêviyê

⁨Hilweşîna rejîma Sûriyê krîz û derfetên nû li Rojhilata Navîn da avakirin. Di dema ku kurdên li Sûriyê dawiya rejimê pîroz dikin ku bêhejmar kurd bêdewlet kirine û hebûna nasname, ziman û çanda kurdî înkar kirine, milîsên ku Tirkiyê piştgirîya wan dike bi heman dijminatiya hebûna kurdan dikin, operasyonên nû li dijî herêmên di destê Hêzên Sûriyeya Demokratîk de destpê kirin (HSD) û gefa pêşdeçûna zêdetir dixwin.

Ji kerema xwe tevlî Kongreya Star, Buroya Jinên Kurd, CENÎ – Buroya Jinên Kurd a ji bo Aştiyê û Enstîtuya Aştiyê ya Kurdî bibin di paneleke online de li ser rewşa niha ya Bakurê Sûriyê û bi taybetî bandor û encamên li ser jinan.

Di panelê de sê pêşengên jin ên navdar ên Kurd ên Bakur û Rojhilatê Sûriyê beşdar dibin:
Fermandara Bilind a Yekîneyên Parastina Jin (YPJ) Rohilat Efrîn, Endama Rêveberiya PYD’ê Foza Yûsif û Endama Kongreya Star Şîraz Hemo.
Ji Enstîtuya Aştiyê ya Kurdî Meghan Bodette dê moderatoriyê bike. Panel di 12.12.2024 saet 19.00an de dê bi zimanê Îngilîzî û Kurdî werê pêşkêşkirin.⁩

On 12th Dec at 7 PM (CET): Online broadcast on the Youtube Channel (@kongrastar5454)

https://www.youtube.com/@kongrastar5454