Erklärungen

Statement zum Internationalen Frauentag, 08. März 2024

Liebe Genossinnen, Geschwister und Verbündete,

In einer Welt, die von patriarchalen Strukturen und kolonialen Hierarchien durchdrungen ist, kommt dem Internationalen Frauentag eine bedeutende Rolle zu. Seit mehr als einem Jahrhundert vereinen wir uns am 8. März, um die Errungenschaften der Frauenbewegung zu betonen, gleichzeitig aber auch, um auf die bestehenden Ungerechtigkeiten und Herausforderungen hinzuweisen, denen Frauen und marginalisierte Gruppen in unserer Gesellschaft gegenüberstehen.

Wir erkennen an, dass die Unterdrückung von Frauen untrennbar mit kolonialen und imperialistischen Strukturen verbunden ist. Wir sehen die Ausbeutung von Frauenkörpern und -arbeit in kolonialen Kontexten sowie in den heutigen globalen Wirtschaftssystemen, die auf Ungleichheit und Ausbeutung beruhen. In Kurdistan, Palästina, Syrien, Sudan, Jemen, Iran, Afghanistan, Belutschistan, Lateinamerika und vielen anderen Orten wurden und werden Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord, Femizid und verschiedene Formen der Unterdrückung begangen.

Am heutigen Tag erinnern wir uns an diejenigen Frauen, die sich in der Geschichte erhoben haben, um für Gleichberechtigung und eine sozialistische Alternative zu kämpfen – frei von Staatsgewalt, Unterdrückung und Tod. Wir gedenken derjenigen, die aufgrund ihrer Geschlechtsidentität, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihres sozialen Status marginalisiert und unterdrückt wurden. Ihr Vermächtnis verpflichtet uns, weiterhin für eine Welt einzutreten, in der alle Menschen frei von Diskriminierung und Unterdrückung leben können. Wir treten den palästinensischen und jüdischen Frauen bei, die sich gegen frauenfeindliche Politik einsetzen. Wir unterstützen Frauen, die sich gegen die Taliban in Afghanistan, das Scharia-Regime im Iran, das faschistische Erdoğan-Regime in der Türkei, die Unterdrückung in Belutschistan sowie fundamentalistische Kräfte und Staaten im Nahen Osten stellen. Wir unterstützen auch Frauen, die gegen den Aufstieg der Rechten, gegen Faschismus und Unterdrückung im Herzen des Kapitalismus kämpfen.

Seit des ersten Internationalen Frauentags im Jahr 1911 haben Frauen weltweit diesen Tag genutzt, um für ihre Rechte und Freiheiten einzutreten. Von Anfang an war der Kampf gegen den Kapitalismus ein wesentlicher Bestandteil des Frauenkampftags. Die frühen Feministinnen und Aktivistinnen erkannten die Verbindung zwischen der Ausbeutung der Frauen und den wirtschaftlichen Strukturen des Kapitalismus. Sie kämpften nicht nur für Gleichstellung, sondern auch gegen die grundlegenden Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Systems.

Die Befreiung von Geschlechtern, wie sie in der Ideologie der kurdischen Freiheitsbewegung verankert ist, geht Hand in Hand mit dem Umsturz des aktuellen kapitalistischen Systems. Besatzung und Kolonialismus von Abya Yala bis nach Kurdistan und Gaza werden ein Ende finden, wenn wir uns an diesem Tag gemeinsam Kraft und Stärke geben und unsere Rolle als Frauen und unterdrückte Geschlechter im Kampf gegen das tödliche System in den Vordergrund stellen.

Wir stehen solidarisch zusammen, um die Stimmen der Unterdrückten zu stärken und eine Zukunft zu gestalten, die von Gleichberechtigung, Respekt und Liebe geprägt ist. Wir setzen uns weiterhin für eine befreite Zukunft ein, die die Wurzeln der Ungerechtigkeit angeht und für eine Welt kämpft, in der jede Person frei ist, ihr volles Potenzial zu entfalten.

In Solidarität und Kampf – Jin Jiyan Azadi


Dear comrades, sisters and allies,

In a world permeated by patriarchal structures and colonial hierarchies, International Women’s Day has an important role to play. For more than a century, we have united on March 8 to highlight the achievements of the women’s movement, but also to draw attention to the existing injustices and challenges faced by women and marginalized groups in our society.

We recognize that the oppression of women is inextricably linked to colonial and imperialist structures. We see the exploitation of women’s bodies and labor in colonial contexts as well as in today’s global economic systems based on inequality and exploitation. In Kurdistan, Palestine, Syria, Sudan, Yemen, Iran, Afghanistan, Balochistan, Latin America and many other places, war crimes, crimes against humanity, genocide, femicide and various forms of oppression have been and continue to be committed.

On this day, we remember those women who have risen up in history to fight for equality and a socialist alternative – free from state violence, oppression and death. We remember those who were marginalized and oppressed because of their gender identity, ethnicity or social status. Their legacy compels us to continue to advocate for a world in which all people can live free from discrimination and oppression. We join Palestinian and Jewish women who stand up against misogynist policies. We support women who oppose the Taliban in Afghanistan, the Sharia regime in Iran, the fascist Erdoğan regime in Turkey, the oppression in Balochistan and fundamentalist forces and states in the Middle East. We also support women fighting against the rise of the right, against fascism and oppression at the heart of capitalism.

Since the first International Women’s Day in 1911, women around the world have used this day to stand up for their rights and freedoms. From the very beginning, the fight against capitalism has been an integral part of Women’s Struggle Day. The early feminists and activists recognized the link between the exploitation of women and the economic structures of capitalism. They fought not only for equality, but also against the fundamental injustices of the capitalist system.

Gender liberation, as anchored in the ideology of the Kurdish freedom movement, goes hand in hand with the overthrow of the current capitalist system. Occupation and colonialism from Abya Yala to Kurdistan and Gaza will come to an end if we join together on this day to give ourselves power and strength and prioritize our role as women and oppressed genders in the struggle against the deadly system.

We stand together in solidarity to strengthen the voices of the oppressed and build a future characterized by equality, respect and love. We continue to advocate for a liberated future that addresses the roots of injustice and fights for a world where every person is free to realize their full potential.

In solidarity and resistance – Jin Jiyan Azadi