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Kurdische Frauen Kulturtage, Berlin 2025
Einladung zu den kurdischen Frauenkulturtagen 2025!
Cênî präsentiert in Zusammenarbeit mit JXK, TekoJIN, KJAR, Dest-Dan und Hûnera Mizgîn die Kurdischen Frauen Kulturtage 2025 unter dem Thema: „Xwebûn – Die Kunst des Widerstands“
Vom 01. bis 08. März 2025 erwartet euch eine inspirierende Woche voller Kunst, Kultur und Austausch. Wir eröffnen die Kulturtage am 01. März mit einer Vernissage, die den Auftakt für ein vielfältiges Programm bildet. Freut euch auf bewegende Musik, beeindruckende Kunst, dynamischen Tanz und inspirierende Workshops – jede Veranstaltung eröffnet ein einzigartiges Fenster in die Welt des Widerstands und der Selbstbestimmung, die sich im Konzept von Xwebûn widerspiegeln. Im Laufe der Woche könnt ihr euch auf ein breites Spektrum an kulturellen Veranstaltungen freuen, darunter Workshops, Gesangsabende, eine traditionelle Govendvorführung (Folkloretanz), Musik, Kunst und Theater. Den feierlichen Abschluss bildet am 08. März ein Konzert nur für FLINTA*. Zieht gerne eure tradionellen Trachten/Kleidung an für das Abschlusskonzert.
Leider rüstet der Deutsche Bundeshaushalt in Rekordhöhe auf und kürzt im Bereich der Kunst und Kultur, deswegen brauchen wir eure Unterstützung, um die Kulturtage umzusetzen.
Programm der Kulturtage:
Samstag 01. MÄRZ: VERNISSAGE AUSSTELLUNG 18 Uhr
Ausstellende Künstler:innen: Bêrîvan Îbîn, Nefel, NubikArts, Selina Tango, Melina Tango, Susan Azizi, Shilda Rashid, kurdische Frauenbewegung
Ort: Alte Münze, Am Krögel 2, Berlin
Besuchszeiten der Ausstellung: 03.-07. März, 10-18 Uhr
Eintritt: Kostenlos
Bêrîvan Îbîn ist bildende Künstlerin und Tätowiererin. Sie hat einen Bachelor in Philosophie und Spanisch an der Universität Osnabrück und der Universidad de La Plata in Argentinien gemacht. An der Universität Hildesheim hat sie ihren Master in Philosophie und Künste interkulturell mit dem Schwerpunkt post- und dekoloniale Theorien gemacht. Mit Fokus auf kurdische Kultur, Identität und Widerstand verbindet sie Kunst, soziale Themen und persönliche Geschichten in ihren Werken.
Susan Azizi ist kurdisch-iranische Installations-Künstlerin und Bildhauerin. Im Iran arbeitete sie als Bildhauerin und Leiterin einer Werkstatt für Kunst im Öffentlichen Raum. Ihre Arbeit behandelt Themen wie Migration, Unterdrückung, Macht und Geschichte auf politischer und persönlicher, intimer und existenzieller Ebene. Seit 2014 lebt sie im Exil in Deutschland.
Selina Tango ist Kunststudentin und Künstlerin – „Seit 2016 widme ich mich intensiv der Kunst, geprägt von meinen kurdischen Wurzeln und dem Wunsch, Kultur und Identität lebendig zu halten. Ein zentrales Thema meiner Werke ist die Stärke der Frauen – ihre Geschichten sichtbar zu machen, liegt mir besonders am Herzen. Kunst gibt mir die Freiheit, meine Gedanken in greifbare Formen zu verwandeln. Der kreative Austausch mit meiner Schwester, die ebenfalls Künstlerin ist, inspiriert mich und bereichert meinen Schaffensprozess.“
Nefel ist eine in Berlin lebende Filmfotografin. In ihrer Arbeit setzt sie den Fokus auf Kurdistan sowie das Leben in der kurdischen Diaspora in Deutschland. Mit ihren Momentaufnahmen fängt sie die Natur und den Alltag in Kurdistan sowie in der Diaspora authentisch ein. Ein zentraler Aspekt ihrer Arbeit ist die Sichtbarkeitsarbeit: Sie dokumentiert traditionelle Trachten, Tänze, Musik, Festivals und Demonstrationen und schafft so ein visuelles Archiv kurdischer Identität und Kultur. Dazu gehört auch die Sichtbarmachung kurdischer FLINTA, deren Geschichten, Kämpfe und Widerstände in ihren Bildern einen besonderen Raum finden.
Nubikarts, mit bürgerlichem Namen Nubihar, ist eine kurdische Künstlerin aus Amed. Für sie ist Kunst weit mehr als nur Ausdruck – sie ist Therapie, Widerstand und ein Weg, die Welt lebendiger zu gestalten. In jedem Pinselstrich steckt ein Stück Heilung, in jeder Farbe ein Stück Hoffnung. Trotz einer naturwissenschaftlichen Ausbildung, die sie gegen ihren Willen absolvieren musste, hat sie ihren künstlerischen Weg nie verlassen. Ihre Kunst ist ein Statement: Kurdische Kultur und Identität sollen nicht nur mit Krieg und Leid in Erinnerung bleiben, sondern auch mit Schönheit, Kreativität und Beständigkeit. Mit ihrer Kunst bewahrt und gestaltet sie die Existenz ihres Volkes, gibt Emotionen Raum und macht die Welt ein Stück bunter – denn ohne Kunst wäre sie schlicht zu langweilig.
Sonntag 02. MÄRZ PODIUMSDISKUSSION 19 Uhr mit “Xwebûn in der Kunst”
Panelist:innen: Mizîn Tahîr – Opernsängerin aus Rojava, Açelya, Berfîn Emektar, Cemîle Şahîn,
Ort: Spore Initiative, Hermannstraße 86, 12051 Berlin, 19 Uhr
Sprachen: Kurmancî | Deutsch
Eintritt: Kostenlos
Im Zentrum steht *Xwebûn* – das radikale Konzept der Selbstbestimmung. Es ist mehr als ein Wort, es ist eine Haltung, ein Kampf, eine gelebte Realität. Jede der Künstlerinnen bringt ihre eigene Interpretation mit, doch sie alle vereint ein Ziel: durch ihre Kunst Grenzen zu sprengen, das Unsichtbare sichtbar zu machen, den Geist eines freien Volkes und einer freien Frau in jedem Strich, jedem Ton, jedem Wort lebendig werden zu lassen.
Ihre künstlerischen Arbeiten sind keine bloßen ästhetischen Gesten – sie sind Rufe nach Gerechtigkeit, sie sind Zeugnisse der Geschichte, sie sind der Atem eines Volkes, das sich nicht unterwerfen lässt. Ob durch Malerei, Musik, Literatur oder Performance – diese Künstlerinnen verwandeln Schmerz in Schönheit, Wunden in Widerstand und Unterdrückung in Aufstand. In diesem Podium hört das Publikum nicht nur zu, sondern wird Teil eines kollektiven Widerstands. Kommt, hört zu, stellt Fragen – Xwebûn ist hier. Und es lässt sich nicht mehr aufhalten.
Die kurdische Opernsängerin Mizgîn Tahir wurde in einer Künstlerfamilie in der Stadt Derbasiya geboren und wuchs in Sere Kaniye (Raas al-Ain) im Norden Syriens auf. Ihr Vater war ein sehr bekannter Sänger, ihr Bruder und ihre Schwester waren ebenfalls Sänger. Aber Mizgîn wollte einen anderen Weg einschlagen, sie wollte Opernsängerin werden. Sie begann ihr Musikstudium 1999 und schloss es 2004 mit dem Bachelor of Music ab. Seit ihrem Abschluss hat Mizgin Tahir an vielen Konzerten teilgenommen und unterrichtet Musik an der Akademie von Cigerxwin in Diyarbakir.
Cemîle Şahîn ist Autorin und Künstlerin und wurde 1990 in Wiesbaden geboren. Sie hat in London und Berlin studiert und ist ars viva-Preisträgerin für Bildende Kunst. »TAXI« war ihr Debütroman, »ALLE HUNDE STERBEN« ihr zweiter, »KOMMANDO AJAX« ihr dritter Roman. Für ihr Schreiben wurde Cemile Sahin mit der Alfred Döblin-Medaille ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.
Açelya Erbaşlı, geboren 1997 in eine Arbeiterfamilie, bewegt sich zwischen Psychologie, alevitischer Lehre und Kunst. In ihrer akademischen Laufbahn arbeitete sie mit marginalisierten Jugendlichen und erforschte als Psychologin die Identitätsstrukturen und Emotionen kurdisch-deutscher Menschen. Seit ihrer Jugend schreibt sie Gedichte und nutzt Worte als Mittel um Widerstände und Gefühle greifbar zu machen. Auf Social Media setzt sie sich für Sichtbarkeit und Vernetzung insbesondere alevitischer und kurdischer Menschen ein.
Berfin Emektar, geboren 1979 in Bingöl, begann ihre Theaterkarriere 1996 mit der Theatergruppe Şanoya Hevî, die unter dem MKM in İzmir tätig war. Zwischen 2004 und 2008 setzte sie ihre Arbeit mit Teatra Jîyana Nû in Istanbul fort. 2009 trat sie dem Stadttheater der Stadtverwaltung Diyarbakır bei. Im Jahr 2016 wurde ihr Arbeitsverhältnis nach der Einsetzung von Zwangsverwaltern in die Gemeinden beendet. Seit 2017 arbeitet sie als Schauspielerin, Regisseurin und Managerin am Amed-Stadttheater.
Montag 03. MÄRZ – GESANGSABEND, Deyîş û Klamî û Dengbêj: 18:30 Uhr
Dengbêj: Tavê Efrînî,
Deyîş û Klamî: Maviş Güneşer & Gule Mayera
Ort: Dragonerareal Kiezraum, Mehringdamm, 10963 Berlin, 18:30 Uhr
Eintritt: Kostenlos
Alevitische Deyiş (Kirmanckî: Klamî/Kilamê) sind wesentlicher Bestandteil der alevitischen Glaubenspraxis und Kultur. Deyiş/Klamî sind keine klassischen Lieder, sondern eine poetische und lyrische Ausdrucksform, die sich mit religiösen und philosophischen Themen des Alevitentums beschäftigt. Traditionell geht es beispielsweise um Prinzipien von Liebe, Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Respekt für die Natur. Da Alevit*innen in der Vergangenheit und noch immer von Unterdrückung und staatlicher Gewalt betroffen sind, sind Deyiş/Klamî als mündliche Überlieferungen kulturellen Wissens zu verstehen. Dies wird vor allem durch die mündliche Weitergabe von alevitischen Frauen aufrechterhalten.
Êzîdische Dengbêj stehen ebenfalls in dieser mündlich überlieferten Tradition. Der Gesang zeichnet sich durch emotionale, kraftvolle und eindringliche Töne aus. Es geht unter anderem um alltägliche Lebenserfahrungen, religiöse Themen und historische Ereignisse, wie Genozide (Ferman), denen Êzîd*innen immer wieder ausgesetzt waren. Dengbêj vermitteln Leid und Schmerz, aber erzählen auch von Liebe, religiösen Bräuchen und anderen mythologischen Erzählungen. Dengbêj bewahren somit das kulturelle Gedächtnis der êzîdischen Gemeinschaft, die als eine Form des kulturellen Widerstands zu verstehen ist. Insbesondere Frauen sind mit dieser mündlichen Kultur und religiösen Praktik tief verwurzelt und erhalten sie aufrecht.
Deyiş/Klamî und Dengbêj sind essenziell für den Erhalt des Êzîdentums und Alevitentums. Beide Gemeinschaften und Praktiken stehen im Kontrast zu patriarchalen und staatlichen Mentalitäten, daher ist ihre Existenz stets bedroht. Deyiş und Dengbêj sind eine Bewahrung der Kultur und Widerstandsform gegen diese Existenzbedrohungen. Gerade alevitische und êzîdische Frauen übernehmen in der mündlichen Überlieferung dieses Wissens eine Vorreiterinnenrolle.
Wir möchten in unserer Veranstaltung diese traditionelle und kulturelle Form des Widerstands würdigen und laden Euch ein, zu einem Abend voller kulturellen Wissen, traditionellen Klängen und Kollektivität.
Maviş begann ihre Musikkarriere 1994 mit der Band Agıré Jiyan in Istanbul und veröffentlichte 1998 ihr erstes Soloalbum, Keje. Nach Aufenthalten in Brüssel und Paris ließ sie sich 2002 in Berlin nieder. Im Jahr 2004 brachte Maviş Güneşer eine Tochter zur Welt und setzte ihre musikalische Arbeit mit den Brüdern Metin & Kemal Kahraman und der Lilith Band fort. Sie sang auf den Alben Meyman von Metin & Kemal Kahraman, Çeveré Hazaru, das sich mit der alevitischen Literatur von Dersim befasst, Saé Moru, der König der Märchen und Oğul. Im März 2019 veröffentlichte Maviş Güneşer ihr zweites Soloalbum Ax de Vaji, ein dokumentarisches Werk, das die letzten 100 Jahre der politischen Geschichte von Dersim anhand von Klageliedern aufarbeitet. Maviş Güneşer, die ihren Hörern derzeit ihr drittes Soloalbum mit dem Titel Dılgran vorstellt, veröffentlicht ihre neuen Liebeslieder in Zazaki / Kirmanç.
Gule Mayera wurde im Dorf Xaçeli in Hozat, Dêrsim geboren. Sie erhielt ihre Baglama-Ausbildung an der Erdal-Erzincan-Saz-Schule, und ihr professionelles Musikleben begann 1996 im Mesopotamien-Kulturzentrum. Im Jahr 1997 wirkte sie an dem Album Mezrabotanım Ez von Koma Rojhilat mit. In denselben Jahren nahm sie an verschiedenen Konzerten mit Koma Asmin teil, einer aus Frauen bestehenden Musikgruppe. 2001 ließ sich Mayêra in Deutschland nieder und arbeitete als Moderatorin von Kultur- und Kunstsendungen in Zazaki/Kırmançki auf verschiedenen Fernsehsendern wie Verasodır, Şiyasani, Teberık, Şemuge. Im Jahr 2010 veröffentlichte er sein zweites Album Mayéra mit Serya Mayéra. 2013 übersetzte und veröffentlichte Mayéra das Buch Rubaiyat Ömer Xeyyam ins Zazaki und leistete damit einen wichtigen Beitrag zum Zazaki-Verlagswesen und zur modernen zaza-sprachigen Literatur. Heute engagiert sie sich neben ihrer Solokarriere für das Zaza Women Music Project.
Dienstag 04. MÄRZ – THEATERSTÜCK „AMARGΓ, 18:30 Uhr
Theatergruppe: Ceren Yildirim, Figen Doymus, Dilara Yildirim, Melisa Tepeli
Ort: Reformationskirche, Wiclefstraße 32, 10551 Berlin, 18:30 Uhr
Ticket holen
Amargi – Mit Jineolojî zu einem freien Theater? war die Abschlussarbeit im Masterstudiengang Angewandte Theaterwissenschaft von Ceren Yildirim. Das collective research Projekt entstand in Kooperation mit dem Jineoloji Zentrum Europa und in Koproduktion mit dem Implantieren Festival 2024, und führte durch teils öffentliche, teils geschlossene Prozesse von Vorträgen und Workshops zu einer Performance. Thematisch hat es sich mit Jineolojî beschäftigt und Gäste vom Jineoloji Zentrum Europa eingeladen. Jineolojî, ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die aus der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung entstanden ist. Die Bezeichnung setzt sich aus „jin“ für Frau (selbe Wurzel wie „jiyan“ für Leben) und „lojî“, was Wissen/ Erkenntnis bedeutet, zusammen. Ihr Ziel ist es, die Wahrheit über Frauen und die Gesellschaft zu erforschen und damit die Demokratisierung der Gesellschaft zu fördern.
Nach drei Monaten kollektiver Forschung mit und über Jineolojî, der Wissenschaft der Frau und des Lebens, endete das Projekt Amargi mit einer Performance, die sich der Archäologie der Frau widmet. Wir – eine Gemeinschaft an Frauen, Forscherinnen, Aktivistinnen – graben, auf der Suche nach Frauenbefreiung, durch 9 Schichten in 9 Tausend Jahren und zeigen Fragmente unserer Funde. Amargi lädt dazu ein, die verborgenen Muster in der Geschichte der Frauen zu entdecken und neu zu interpretieren. Ausgehend von den kollektiven Forschungen und Erinnerungen prallen Mythen und Realität aufeinander. Es ist eine Reise zu den Wurzeln unserer Geschichte und Gemeinschaft, als Frauen, die gleichzeitig die Gegenwart reflektiert und mögliche Zukunftsperspektiven eröffnet.
Künstlerische Leitung und Text: Ceren Yildirim
Performerinnen: Figen Doymus, Dilara Yildirim, Melisa Tepeli
Bühnenbild: Nhu Y Linda Nguyen
Lichtdesign: Dana Maxim
Fotografie: Ilhem Ben Jaballah
Mit besonderem Dank an: Jineoloji Center Europa, Zozan Sîma, Dilar Dirik, Hêlîn Dirik.
Ceren Yildirim absolvierte den Master Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Sie arbeitet multimedial im Bereich der darstellenden Künste, meist im Bereich Regie und Dramaturgie. Ihre thematischen Schwerpunkte sind Widerstandsgeschichten und -kulturen im mittleren Osten, Wahrheitsregime und Dokumentalität.
Mittwoch 05. MÄRZ – WORKSHOP zu Deq & Nelken, 17 Uhr
Workshop: Deq Dilara Eldeniz (@dilaraeldnz),
Nelken: @tekojin.berlin
Ort: Oranienstraße 72, 10969 Berlin, 17 Uhr
Eintritt: Kostenlos
Dieser Workshop besteht aus zwei Teilen zuerst wird Dilara Eldeniz euch die uralte Tradition des Deq vermitteln – ein Erbe, das durch die Hände der Frauen bewahrt und weitergegeben wird. Dabei werden die Rituale beleuchtet, die das Tätowieren begleiten, sowie die spirituelle Bedeutung der Symbole. Zudem werden die traditionellen Techniken vermittelt: von den natürlichen Pigmenten bis hin zur Kunst, mit der Nadel selbst zu stechen. Im zweiten Teil werden junge kurdische Frauen von TekoJIN Berlin euch den Nelkenapfel vorstellen – ein Symbol für Schutz, Erinnerung, Widerstand, Frieden und Liebe. Traditionell besteht er aus einem mit Nelken gespickten Apfel und wurde besonders von Frauen in schwierigen Zeiten genutzt, um Verbundenheit und kulturelle Identität auszudrücken. Neben Nelkenäpfeln werden auch Armbänder und Lesezeichen gebastelt. Zudem wird es Infotische, Musik, Snacks und eine inspirierende Atmosphäre geben.
Dilara Eldeniz ist Kulturforscherin mit Schwerpunkt auf kurdischer und mesopotamischer Symbolik, insbesondere Deq, sowie auf traditionellen Symbolsystemen der Amazigh. In den letzten vier Jahren führte sie ethnografische Forschungen in kurdischen Regionen, dem Libanon, Ägypten und Syrien durch. Ihre Kooperationen mit kurdischen und arabischen Archiven konzentrieren sich auf die museale Aufbereitung, wissenschaftliche Weiterverarbeitung und Digitalisierung von Artefakten um kulturelles Erbe zu dokumentieren, zu kontextualisieren und zugänglich zu machen. Derzeit bereitet sie die Veröffentlichung eines Buches zur Symbolik und Bedeutung traditioneller Deq vor, das in enger Zusammenarbeit mit Kulturarchiven in Kurdistan entsteht.
Donnerstag 06. MÄRZ – GOVEND, TÄNZE & TRACHTEN, 19 Uhr
Gruppe: Jinên Koma Feraşîn û Delîl Çiyager, Hûnera Mizgîn
Ort: Kiezkapelle, Hermannstr. 102, 12051 Berlin
Eintritt: Kostenlos
Am 06.03.2025 findet der Kulturabend zu Govend, Tänzen und Trachten statt.
Unser Programm für diesen Abend beinhaltet eine Präsentation, welche die Trachten sowie die Stellung der Frau in den verschiedenen Bereichen Bakûrê Kurdistans verdeutlicht. Hierbei liegt der Fokus auf der politischen, kulturellen und sozialen Ebene. Desweiteren wird es einen Govend Auftritt der Frauen Koma Feraşîns und Delîl Cîyager geben und im Anschluss eine Modenschau, die zur Vorstellung originaler Trachten der Frauen Kurdistans dient. Den Abend lassen wir mit gemeinsamem Tanzen ausklingen!
Freitag 07. MÄRZ – WORKSHOP zu Jineolojî & Soziale Ökologie, 17 Uhr
Referent:innen:
Şermin G., Umweltanthropologin, @shermin_xan, Menekşe K., Klima & Energie Expertin, @menekse.kizildere, Jinên Xwendekaren Berlin (JXK), @jinenxwendekaren.berlin
Ort: Spore Initiative, Hermannstraße 86, 12051 Berlin, 17 Uhr
Eintritt: Kostenlos
Şermin Güven M.A., ist Kultur- und Sozialanthropologin mit einem Schwerpunkt auf Umweltfragen im Einzugsgebiet von Euphrat und Tigris und deren Bewohner*innen. Als Forscherin und Regionalberaterin konzentriert sie ihre Arbeit auf Ökologie, Wasser, Flüsse, Überschwemmungen und Dürren einerseits sowie auf Krisen und Politik andererseits. Derzeit ist sie als assoziierte Wissenschaftlerin an der Katastrophenforschungsstelle der Freien Universität Berlin tätig, mit einem Schwerpunkt auf vielschichtigen Krisen, die durch Wasserknappheit ausgelöst werden. Zudem verfolgt sie die Lösungsagenda lokaler Organisationen in kurdischen Gebieten. Sie engagiert sich für die Sichtbarkeit von Frauenperspektiven in Klimadebatten. Als Vorstandsmitglied der Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V. ist Şermin für Projekte im Bereich der humanitären Krise und des gesicherten Wasserzugangs mitverantwortlich. Sie ist in Berlin und Nordrhein-Westfalen in Netzwerken für Ökologie und Climate-Justice-Initiativen als beratende und projektgestaltende Person aktiv. Zuletzt hat sie von 2023 bis 2025 gemeinsam mit Lotta Schäfer das Spore Initiatives Wasserbodies – Wasserspiegel Projekt mitkonzipiert.
Menekse KIZILDERE , Climate Crisi and Energy Policy Expert
Has a degree of Environmental Engineering (Civil Engineering lateral department) from Atatürk University. Also have had environmental engineering education from National Chung Hsing University. She has a four years working experience at civil society, on protecting natural resources, pollution problems on public health, biodiversity crisis, ecological balance of vulnerable areas, climate change, environmental policy/low, pollution problems about both rural and urban lands, energy policy and so on.
The technical job was about, prepare technical reports on variety of environmental problems with many aspects of these problems such as, social, health, financial, prepare opinion reports for environmental regulations for government, meet public help demands on environmental problems, interpret developments on environmental policy making processes, coordinate campaigns. In 2013, Kızıldere began engaging in local politics within the HDP. Between 2019 and 2023, she served as the spokesperson for the HDP Ecology Commission and z was a member of the Party Assembly. In the 2023 Turkish general elections, she ran as a parliamentary candidate and later as a mayoral candidate in the local elections. She continues her work within the Kurdish women’s movement.
Samstag 08. MÄRZ – FINISSAGE der Kulturtage mit ABSCHLUSSKONZERT
Sänger:innen: Dîlan Top, Sheyda Ghavami
Instagram: @dilan.top, @sheydaghavamimusic
Ort: HAU2, Hallesches Ufer 34,10963 Berlin
(NUR FÜR FLINTA* am feministischen Kampftag)
Tickets für das Abschlusskonzert
Dîlan Top, geboren in Dêrsim, ist eine junge kurdische Musikerin aus Deutschland. Ihre professionelle musikalische Ausbildung hat sie an der Mainzer Weltmusikakademie genossen. Gleichzeitig unterrichtete sie dort u.a. Kinder in der Tenbûr. In Mainz absolvierte sie zudem erfolgreich ihren Masterabschluss in Management. In ihren Interpretationen verschafft sie ihrer Zuhörerschaft durch traditionelle und authentische Klänge einen Zugang zur Heimatlichkeit und Kultur. Sie singt auf Kurmancî, Zazakî, Türkisch und Armenisch. Die Tenbûr ist dabei ihre stetige Begleiterin. Dieses Instrument ermöglicht es ihr, die Traditionen ihrer Wurzeln in ihren Klängen wiederzugeben.
Sheyda Ghavami wurde in Sanandaj, Iran, in einer Musikerfamilie geboren, die der Sufi-Tradition entstammt. Schon als Kind interessierte sie sich für verschiedene Kunstsparten, insbesondere für Theater und Musik. Als sie 17 Jahre alt war, begann sie heimlich Gesangsunterricht zu nehmen, wo sie vor allem Maqams in traditioneller persischer Musik lernte. Da es Frauen im Iran verboten war zu singen, musste sie diese Privatstunden im Geheimen nehmen, die sie schließlich auch aufgrund des gesellschaftlichen Drucks aufgeben musste. Damit verlor sie ihren einzigen Raum zum Singen.
2013 musste sie aufgrund ihres politischen Engagements, vor allem für Frauenrechte, aus dem Iran fliehen und ging in die Türkei. In der Türkei begann sie wieder zu singen. Sie arbeitete mit dem berühmten kurdischen Sänger Naser Rezzazi zusammen und nahm ihr erstes Lied namens „Shirinim“ auf, das den inhaftierten und hingerichteten Frauen im Iran gewidmet ist.
2014 kam Sheyda Ghavami nach Deutschland und setzte ihre musikalische Karriere als Sängerin fort, wo sie weiterhin mit anderen kurdischen Musikern zusammenarbeitete. Sie sang auch das traditionelle Lied „De Magri“ auf dem Album des iranischen Musikers Reza Samani mit dem Titel „Encounters“. Bis 2021 nahm sie 7 Lieder auf. Außerdem gab sie mehrere Konzerte nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Städten sowie in Kurdistan und im Irak
Wir freuen uns auf euch!
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