Erklärungen

Nehmt ihr uns eine, antworten wir alle! – Jin Jiyan Azadî

Die sogenannte „Moralpolizei“ des iranischen Regimes in Rojhilat (Ostkurdistan) folterte die 22-jährige Kurdin Jîna Mahsa Amini in den Tod – unter dem Vorwand, sie trage ihr Kopftuch nicht ordnungsgemäß. Ein Femizid des Staates, repräsentativ für die Strategie des faschistischen iranischen Staates, die Frau in die vollkommene Versklavung und allumfassende Unterwerfung zu zwingen. Erniedrigungen, Verschleppung, Verhaftung, Vergewaltigung, Ermordungen von Frauen stehen auf der Tagesordnung des iranischen Regmies. Das sich auf die Spitze treibende Patriarchat ist auch eine Antwort des Irans auf das wachsende revolutionäre Potenzial in Kurdistan, sowie der Menschen und insbesondere Frauen Irans.

Mit dem gewaltsamen Mord an Jîna Amini sollte ein Exempel statuiert werden, eine Botschaft des Faschismus an die Frauen Rojhilats, sich zu fügen, sich nicht zu wehren, ihr Feuer zu löschen.

Jedoch bewirkt die „Moralpolizei“ damit das gesamte Gegenteil. Die Melodie der freien Frau: Jin Jiyan Azadî! schallt seit Tagen durch die Stadt. Frauen und junge Frauen in ganz Rojhilat haben sich erhoben und setzen die Straßen und den islamischen Faschismus in Brand. Die Proteste haben sich von Teheran auf die ganze Welt ausgebreitet. Frauen erheben sich in internationaler, revolutionärer Verbundenheit gegen das bestehende System, welches 5000 Jahre Patriarchat in sich manifestiert hat.

Jin Jiyan Azadî! Drei Wörter, die wie nichts anderes für die Revolution der Frau stehen und sie in ihrem Feuer vereint. Frauen Leben Freiheit. Warum leiten diese Worte den Kampf an?

Jin – Frauen in Rojhilat und auf der ganzen Welt schneiden aus Protest ihre Haare ab, verbrennen in Rojhilat und im Iran auf offener Straße ihre Kopftücher, setzen mit Molotovs das faschistische Regime in Flammen. Eine Frau unter dem iranischen Regime zu sein, bedeutet, eine Frau zu sein, die mit ihrer Identität als Frau nichts als Unterdrückung und Unterwerfung verbindet. Wo Frau zu sein bedeutet, Eigentum zu sein. Doch nun zeigt sich, dass die Epoche der Angst vorüber ist und Frauen zum Gegenangriff übergehen. Angriff heißt Verteidigung. Verteidigung heißt Leben.

Jiyan – Die Verteidigung des Lebens wird angeführt durch die Frau, die das Leben seit 5000 Jahren Versklavung verteidigt, beschützt und es weitergibt. Die Verteidigung des Lebens, welches durch Faschismus, Kolonialismus, Kapitalismus und Patriarchat vernichtet wird. Seit dem Mord an Jîna Amini am 14.09.22 hat der iranische Staat 78 Menschen während der Proteste ermordet, darunter Kinder und vor allem junge Frauen. Das zeigt, dass Frauen, die sich verteidigen, den Staat in Angst und Schrecken versetzen und dessen einzige Antwort auf Widerstand Mord ist. Die Frauen, die bei diesen Protesten kämpfen, ihr Leben riskieren und sogar ermordet wurden, zeigen uns, welche Stärke wir in der gemeinsamen Verteidigung entwickeln können. Wie wir die Angstreflexe überwinden können und mit ideologischer Kraft eine Antwort liefern können.

Azadî – Die Revolution der Frau, die Verteidigung des Lebens welche in die Freiheit führt. Die Aufstände in Rojhilat sind ein Ausbruch dessen, was schon ewig in den Herzen schlummert. Mit dem Mord an Jîna Amini haben sie das Feuer ausbrechen lassen, statt es zu löschen. Wenn heute „Jin Jiyan Azadî“ die Straßen zittern lässt und sich Frauen überall auf der Welt in Solidarität auf den Straßen versammeln, ist das ein weiterer gemeinsamer Schritt der Revolution. Indem wir den Schmerz und die Wut von bloßen Emotionen in eine uns vorantreibende revolutionäre Kraft umwandeln, sorgen wir dafür, dass diese Aufstände immer weiter leben. Die Brandwunde, die wir dem faschistischen und patriarchalen System bereits zugefügt haben, lassen wir größer werden, bis es schließlich darin verbrennt!

Mit dem Feuer des Lebens setzen wir das Patriarchat in Flammen!

Jin Jiyan Azadî – 28.09.2022